Shell feiert Richtfest am Wasserstoff-Elektrolyseur in Wesseling
Interview mit Jens Müller-Belau, Shell

Anfang März feierte Shell im Energy and Chemicals Park Rheinland Richtfest am Wasserstoff-Elektrolyseur Refhyne 2. Diese Anlage mit einer Leistung von 100 MW entsteht derzeit im südlichen Werksteil Wesseling, die Inbetriebnahme ist für 2027 geplant. Oliver Pruys sprach mit Jens Müller-Belau, Energy Transition Manager und Mitglied der Geschäftsführung Deutsche Shell über die Bedeutung des Projekts und die Transformation des Standorts hin zu einer Produktionsstätte für CO2-ärmere Produkte.
CHEManager: Herr Müller-Belau, wie bewerten Sie den Fortschritt der Transformation hin zu einer emissionsärmeren Energiezukunft am Shell Energy and Chemicals Park Rheinland?
Jens Müller-Belau: An Tagen wie dem Richtfest von Refhyne 2 wird sichtbar, dass wir es ernst meinen mit der Transformation des Shell Energy and Chemicals Park Rheinland hin zu einem Standort mit weniger CO2-Emissionen. Refhyne 2 ist ein 100 MW Wasserstoff-Elektrolyseur, der 2027 in Betrieb gehen soll und im industriellen Maßstab erneuerbaren Wasserstoff bereitstellen wird.
Für diese Transformation haben wir bereits seit vielen Jahren die Weichen gestellt, um den Standort Rheinland kontinuierlich in Richtung einer emissionsärmeren Zukunft zu entwickeln. Denn: Der Standort verändert sich nicht über Nacht, sondern Schritt für Schritt – Anlage für Anlage, Produkt für Produkt. Bereits seit 2024 ist die Bio-LNG-Verflüssigungsanlage im Regelbetrieb. Sie produziert eine Kraftstoffalternative für den Schwerlastverkehr. Im vergangenen Jahr endete mit der Abschaltung der Destillationseinheit die Rohölverarbeitung im südlichen Werksteil Wesseling; parallel entsteht derzeit eine Grundölanlage mit geplanter Inbetriebnahme 2028.
In diese Reihe an strategischen Projekten gliedert sich Refhyne 2 ein. Die Anlage belegt, dass wir den Umbau des Standorts nicht nur ankündigen, sondern auch verwirklichen – und zwar in einem industriellen Umfeld, das hohe Ansprüche an Sicherheit, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit stellt. Die Transformation des Standorts folgt dabei klaren strategischen Leitplanken, wir nennen sie: ‚Mehr Wert, weniger Emissionen‘.
Was meinen Sie damit konkret?
J. Müller-Belau: Das bedeutet: Wir verbinden Dekarbonisierung mit industrieller Wettbewerbsfähigkeit und Standortsicherung. Die Transformation ist kein Selbstzweck, sondern sie hält den Standort im Rheinland bei sinkenden Emissionen langfristig wirtschaftlich tragfähig.
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