Warum starke Verbindungen über die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts entscheiden

Wie kann Wirtschaftswachstum in Zeiten instabiler Lieferketten und geopolitischer Spannungen gelingen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des „4. Logistik Dialogs Rheinland“ zu dem Ende Mai HGK Logistics and Intermodal eingeladen hatte. Im Fokus der Veranstaltung stand die Rolle der Logistik als strategischer Faktor für widerstandsfähige Wertschöpfungsketten. Markus Krämer, CEO von HGK Logistics and Intermodal (HGK LI), erklärt, warum Resilienz heute mehr bedeutet als reine Absicherung und welche strategische Rolle Logistik für die industrielle Wertschöpfung spielt. Die Fragen stellte Birgit Megges.
CHEManager: Warum steht die Wirtschaft aktuell unter starkem Veränderungsdruck?
Markus Krämer: Die Wirtschaft befindet sich 2026 in einer Phase tiefgreifender Neuordnung, die bewährte Wertschöpfungsmodelle grundlegend infrage stellt. Die Dekarbonisierung der Industrie ist längst keine Option mehr, sondern eine regulatorische und existenzielle Pflicht. Lieferketten werden heute nicht mehr allein nach dem Cost-per-Unit-Prinzip bewertet; Resilienz und der ökologische Fußabdruck sind die neuen Währungen des Erfolgs.
Was hält unseren Wirtschaftsstandort in Zeiten globaler Instabilität zusammen?
M. Krämer: Als Logistiker ist meine Antwort eindeutig: Es ist die Qualität unserer Verbindungen – und zwar im Kopf wie auf der Transportstrecke. Damit sind nicht allein Schienen-, Straßenkilometer oder Wasserstraßenkapazitäten gemeint. Ich spreche von einer strategischen Symbiose zwischen Industrie und Logistik, die das alte Silodenken ablösen muss. Wer Logistik heute noch als rein transaktionale Dienstleistung betrachtet, verwaltet lediglich den Status Quo, statt die Zukunft der Wertschöpfung aktiv zu gestalten.
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