Sabine Wildenhain, Senior Projektmanagerin, EMI Projectmanagement
Große Investitionsprojekte in der pharmazeutischen Industrie sind geprägt von hoher technischer Komplexität, regulatorischen Anforderungen und einer Vielzahl beteiligter Gewerke. Dennoch zeigen zahlreiche Projekte ein wiederkehrendes Muster: Verzögerungen, Ineffizienzen und kommerzielle Konflikte entstehen nicht erst während der Bauphase, sondern bereits deutlich früher – im Übergang vom Basic Engineering zur Ausführungsplanung.
Aus der praktischen Erfahrung in internationalen Anlagenprojekten lässt sich feststellen, dass diese Phase häufig als rein administrativer Meilenstein betrachtet wird. Tatsächlich handelt es sich jedoch um einen kritischen Reifegradwechsel, der über den weiteren Projekterfolg entscheidet.
Der Übergang als systemischer Bruch
Mit dem Abschluss des Basic Engineerings liegen in der Regel erste funktionale Konzepte, Layouts sowie grundlegende Prozessdefinitionen vor. Für die nachfolgenden Gewerke – insbesondere Rohrleitungsbau, Anlagenbau und Gebäudetechnik – bildet diese Phase die Grundlage für die Detailplanung und spätere Ausführung.
In der Praxis zeigt sich jedoch häufig, dass dieser Übergang nicht durch eine ausreichende Planungsreife abgesichert ist. Statt eines klar definierten „Design Freeze“ beginnen nachgelagerte Disziplinen mit ihrer Arbeit auf Basis unvollständiger oder sich noch verändernder Planungsstände. Die Konsequenz ist ein strukturelles Problem: Planung wird unter laufenden Änderungen durchgeführt, wodurch sich Ineffizienzen systematisch fortsetzen.
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