Röhm treibt internationales Wachstum mit neuer Methacrylat-Produktion in Texas voran

Im Jahr 2019 entstand durch den Verkauf des Methacrylat-Verbunds von Evonik an Advent ein eigenständiges Unternehmen. Erklärtes Ziel des Investors: Das Unternehmen, das fortan wieder unter dem traditionsreichen Namen Röhm firmiert, zum globalen Markt- und Technologieführer der Methacrylat-Chemie zu entwickeln. Heute produziert das Darmstädter Unternehmen über 1 Mio. t chemische Produkte an neun Standorten in Deutschland und China sowie den USA. In Texas hat Röhm im vergangenen Jahr eine neue Produktionsanlage in Betrieb genommen und nun Anfang Juni offiziell eröffnet. Michael Reubold sprach vor Ort mit Ronald Ayles, Managing Partner bei Advent, und Hans Bohnen, CEO von Röhm, über die internationale Wachstumsstrategie des Plexiglas-Erfinders und Methacrylat-Spezialisten.
CHEManager: Herr Bohnen, welche Bedeutung hat die Inbetriebnahme der MMA-Anlage in Bay City für die Wettbewerbsposition von Röhm in Nordamerika?
Hans Bohnen: Für Röhm ist die Inbetriebnahme der Anlage für Methylmethacrylat in Bay City ein bedeutender Meilenstein. Nach der strukturierten Hochlaufphase hat sie in den vergangenen Monaten die volle Produktionskapazität erreicht. Diese Anlage steht beispielhaft für unseren Anspruch, durch innovative Technologie und langfristige Investitionen eine führende Marktposition einzunehmen. Als einziger globaler Anbieter von Methylmethacrylat und Polymethylmethacrylat mit Produktionsstandorten in Europa, Asien und Nordamerika sind wir in der einzigartigen Position, unsere Kunden weltweit zuverlässig, lokal und mit führender Technologie zu versorgen.
Wie unterstützt die Anlage in Texas Ihre Strategie „In der Region, für die Region“
H. Bohnen: Die Anlage in Bay City verbessert vor allem die Versorgungssicherheit für nordamerikanische Kunden durch die Nähe zu den Endmärkten und die unmittelbare Nähe zu Rohstoffen wie Ethylen, Erdgas und Methanol, die an der US-Golfküste sehr gut verfügbar sind.
Die USA sind ein Importmarkt für Methylmethacrylat und strukturell unterversorgt, sodass die Region von zusätzlicher lokaler Kapazität mit deutlichen Standortvorteilen wie günstigen Energiekosten und guter Rohstoffversorgung profitiert.
Durch ein maßgeschneidertes Lieferkettennetzwerk mit mehreren Tank- und Umschlagterminals stärken wir zudem die Kundennähe. Das produzierte MMA wird über ein multimodales Logistiksystem aus Lkw-, Bahn- und Binnenschiffsverkehren verteilt. Das neu konzipierte Versorgungsnetz reduziert Ferntransporte per Lkw und erhöht die Versorgungssicherheit über den Schienenverkehr. Dies wiederum stärkt die Position von Röhm als bevorzugter MMA-Lieferant. Wir senden damit ein klares Signal an unsere Kunden: Röhm steht für Zuverlässigkeit und Qualität.
Herr Ayles, als Advent den Methacrylat-Verbund von Evonik erwarb, befand sich das Projekt in der Pilotphase. Warum war Advent bereit, das Investitionsrisiko einzugehen, obwohl Evonik davor zurückschreckte?
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