08.06.2026 • News

Röhm eröffnet MMA-Anlage in Texas

Bedeutender Meilenstein von Röhm bei der Anlage für Methylmethacrylat (MMA) in Bay City, Texas (USA): Dort ist die firmeneigene LiMA-Technologie im industriellen Vollbetrieb im Einsatz. Nach der Inbetriebnahme durchlief die Anlage eine strukturierte Hochlaufphase und hat in den vergangenen Monaten nun stabil die volle Produktionskapazität erreicht.

Anlässlich des Fortschrittes öffnete Röhm die Anlage in Bay City im Rahmen einer offiziellen Feier für Kunden, Partner und politische Vertreter. Die Teilnehmenden erhielten exklusive Einblicke hinter die Kulissen der laufenden Produktion sowie in die LiMA-Technologie.

LiMA steht für „Leading in MethAcrylates“. MMA ist ein zentraler Baustein für Anwendungen in der Automobilindustrie, im Bauwesen, in der Fertigung, in der Elektronik sowie in der Medizintechnik. Gleichzeitig handelt es sich um die erste MMA-Produktionsanlage auf C2-Basis in Nordamerika – ein wichtiger Beitrag zur Stärkung regionaler Lieferketten und zum Ausbau der Produktionskapazitäten vor Ort.

Hans Bohnen, CEO von Röhm, betonte die strategische Bedeutung der Anlage in Bay City: Sie stehe beispielhaft für den Anspruch des Unternehmens, durch Technologie und langfristige Investitionen eine führende Position einzunehmen. „Als einziger globaler Anbieter von Methylmethacrylat und Polymethylmethacrylat mit Produktionsstandorten in Europa, Asien und Nordamerika sind wir in der einzigartigen Position, unsere Kunden weltweit zuverlässig, lokal und mit führender Technologie zu versorgen“, so Bohnen.

Die Anlage in Bay City verbessert die Versorgungssicherheit für nordamerikanische Kunden durch den Einsatz gut verfügbarer Rohstoffe wie Ethylen und Erdgas sowie die Nähe zu den Endmärkten.

„Die Investition unterstreicht unser langfristiges Engagement für unsere Kunden in der Region. Die strategische Lage von Bay City ermöglicht es uns, sowohl den nordamerikanischen als auch globale Märkte effizient zu bedienen“, sagte Jack Chenault, President von Röhm Americas. Rund 90 Mitarbeitende betreiben die Anlage mit einem klaren Fokus auf Sicherheit. „Für uns hat Sicherheit oberste Priorität“, so Chenault.

Einblicke in die Anlage unter dem Motto „Redefining Chemistry“ Im Rahmen der Veranstaltung erhielten die Teilnehmenden exklusive Einblicke in zentrale Produktionsbereiche wie das Reaktorsystem – das Herzstück der Technologie – sowie in die MMA-Destillation. Dabei gewannen sie einen direkten Eindruck davon, wie die LiMA-Technologie im industriellen Maßstab eingesetzt wird.

Die Technologie wurde über viele Jahre in Deutschland entwickelt und mit Unterstützung des Investors Advent International erfolgreich in den industriellen Maßstab in den USA überführt. Advent hat im Rahmen der Partnerschaft rund 1,6 Mrd. USD (ca. 1,5 Mrd. EUR) investiert, um Innovation und nachhaltiges Wachstum voranzutreiben.

„Die LiMA-Technologie markiert nicht nur einen technologischen Quantensprung, sondern ist ein echter Game Changer für die Methacrylat-Industrie“, sagt Ronald Ayles von Advent International. „Die Anlage in Bay City zeigt eindrucksvoll, dass dieses Verfahren im industriellen Maßstab leistungsfähig ist und zugleich Effizienz- und Umweltvorteile bietet.“

Effizienz, Nachhaltigkeit und Digitalisierung Mit einer jährlichen Produktionskapazität von 250.000 t MMA ist die Anlage konsequent darauf ausgelegt, eine maximale Ausbeute bei gleichzeitig minimalem Rohstoffeinsatz zu erzielen. Im Vergleich zu herkömmlichen Herstellungsverfahren senkt die LiMA-Technologie den Energie- und Wasserverbrauch und reduziert die CO₂-Emissionen um bis zu 42%.

Die Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit gehen weit über den Produktionsprozess hinaus: Rund um den Standort schaffen angelegte Feuchtgebiete ein nahezu geschlossenes Wasserkreislaufsystem, das Prozess- und Kühlwasser umweltfreundlich aufbereitet.

Darüber hinaus setzt die Anlage auf moderne digitale Technologien, darunter einen digitalen Zwilling, der die Struktur, Produktionsprozesse und das Leitsystem der Anlage abbildet. Dieses System wird täglich aktualisiert und unterstützt die Planung von Betrieb, Anlagenkomponenten und vorausschauende Wartung. Zudem ermöglicht es simulationsgestützte Analysen zur Optimierung der langfristigen Leistung und Zuverlässigkeit.

In Nordamerika stärkt Röhm die Kundennähe durch ein maßgeschneidertes Lieferkettennetzwerk mit mehreren Tank- und Umschlagterminals. Das produzierte MMA – vermarktet unter der Marke Meracryl – wird über ein multimodales Logistiksystem aus Lkw-, Bahn- und Binnenschiffsverkehren verteilt. Dieses neu konzipierte Versorgungsnetz reduziert Ferntransporte per Lkw und erhöht die Versorgungssicherheit über den Schienenverkehr. Dies ermöglicht zuverlässige und flexible Lieferungen in der Region sowie an internationale Kunden und stärkt zugleich die Position von Röhm als bevorzugter MMA-Lieferant. „Wir senden ein klares Signal an unsere Kunden: Röhm steht für Zuverlässigkeit und Qualität – und investiert konsequent in die Zukunft der Branche“, sagte Chenault.

In Bay City, Texas (USA) ist die LiMA-Technologie von Röhm im industriellen...
In Bay City, Texas (USA) ist die LiMA-Technologie von Röhm im industriellen Vollbetrieb im Einsatz.
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