Mehr Ergonomie und Effizienz beim Wechsel von Ladungsträgern in der Chemieindustrie
Lars Wellerdiek, Geschäftsführer, SW-Paratus

Der Wechsel von Ladungsträgern gehört in der Chemiebranche zum Alltag: Ob im Wareneingang, innerhalb der Produktion oder vor dem Versand – immer wieder müssen Waren von einem Ladungsträger auf einen anderen umgesetzt werden. Gründe dafür sind z. B. Hygiene- und Reinheitsvorgaben, der Wechsel zwischen Holz-, Kunststoff- und Aluminium-Paletten oder unterschiedliche Kundenanforderungen. Obwohl dieser Prozess in zahlreichen Betrieben täglich durchgeführt wird, wird sein Einfluss auf Arbeitssicherheit, Ergonomie und Produktschutz häufig unterschätzt. Dabei eröffnet ein neuer Ansatz inzwischen Möglichkeiten, diesen lange als gegeben betrachteten Arbeitsschritt unter den Aspekten Arbeitssicherheit, Produktschutz und Effizienz neu zu bewerten.
Anders als in vielen anderen Branchen ist der Austausch von Ladungsträgern in der chemischen Industrie häufig unverzichtbar. Rohstoffe, Zwischenprodukte und Fertigwaren durchlaufen unterschiedliche Produktions- und Logistikbereiche, in denen jeweils spezifische Anforderungen an Sauberkeit, Materialeigenschaften oder Sicherheit gelten.
So werden bspw. in bestimmten Bereichen Kunststoff- oder Aluminium-Paletten eingesetzt, während angelieferte Ware häufig auf Holzpaletten bereitgestellt wird. Hinzu kommen kundenspezifische Vorgaben, internationale Versandanforderungen oder interne Standards zur Vermeidung von Verunreinigungen. Der Wechsel des Ladungsträgers ist daher oftmals keine Ausnahme, sondern Teil eines standardisierten Materialflusses.
Ein Prozessschritt, der lange als gegeben galt
In der Diskussion um moderne Intralogistik stehen häufig Automatisierung, Lagertechnik oder digitale Steuerungssysteme im Mittelpunkt. Der Palettenwechsel erhält dagegen vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit. Ein Grund dafür ist, dass einzelne Wechselvorgänge meist nur einen kleinen Teil der gesamten Prozesskette ausmachen.
In der Summe können jedoch erhebliche Aufwände entstehen. Wo täglich zahlreiche Ladungseinheiten umpalettiert werden, wirken sich zusätzliche Handgriffe, Wartezeiten oder körperliche Belastungen unmittelbar auf die Abläufe aus. Gleichzeitig haben sich viele Verfahren über Jahre etabliert und werden nur selten grundlegend hinterfragt.
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