Chemiekonjunktur – US-Chemiegeschäft: Robust, aber ohne Dynamik
Trotz aller Unsicherheiten bleiben die Vereinigten Staaten ein wichtiger Markt für die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie. Knapp 15 % der Branchenexporte gehen derzeit in die USA. In der klassischen Chemie liegt der Anteil bei rund 6 %, im Pharmageschäft mit rund 24 % deutlich höher.
Henrik Meincke, VCI
Die US-Wirtschaft erwies sich 2025 als widerstandsfähig. Die erwartete Abkühlung als Folge der Inflationsbekämpfung der Fed blieb weitgehend aus. Belastend wirkten jedoch die von US-Präsident Donald Trump am 2. April 2025, dem sog. „Liberation Day“, gegen alle Länder erlassenen Zölle. In Erwartung höherer Zölle hatten US-Unternehmen bereits zum Jahresbeginn 2025 die Lager gefüllt. Dies minderte im weiteren Jahresverlauf den Zollschock etwas ab und verhinderte Schlimmeres.
Das Wirtschaftswachstum blieb daher trotz einer leichten Abschwächung im Verlauf des vergangenen Jahres und des längsten Government-Shutdown im Oktober/November hoch. Die nachlassende Inflation ermöglichte erste Zinssenkungen und stützte so das Investitionsumfeld. Insbesondere in den Sektoren, die mit künstlicher Intelligenz (KI) in Verbindung stehen, wurde viel investiert. Der Arbeitsmarkt zeigte sich in Summe stabil. Steigende Löhne stützten den privaten Konsum. Insgesamt konnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den USA um 2,1 % gegenüber dem Vorjahr zulegen. Damit wuchsen die Vereinigten Staaten deutlich stärker als andere Industrienationen.
Das verarbeitende Gewerbe konnte sich im Jahresverlauf 2025 aus der Rezession befreien.
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