11.03.2026 • Themen

Steuerung der Komplexität als Erfolgsfaktor

Beim Bau moderner radiopharmazeutischer Anlagen geht es nicht allein um Abschirmung, Automatisierung oder Präzisionstechnik, sondern um das Beherrschen einer Vielzahl technischer, organisatorischer und regulatorischer Abhängigkeiten über alle Projektphasen hinweg.

Rodrigo Fernandez, Thost Projektmanagement

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Mit dem Bau der neuen Heißzellenlinie für ein US-amerikanisches Radiopharmazieunternehmen realisierte Isotope Technologies Dresden (ITD), eine Tochtergesellschaft von Eckert & Ziegler, ein anspruchsvolles Anlagenbauprojekt.
© Thyssenkrupp_Uhde

Heißzellenanlagen für die Radiopharmazie gehören zu den komplexesten Sonderanlagen im industriellen Umfeld. Der Bau einer neuen Heißzellenlinie für einen US-amerikanischen Kunden zeigt exemplarisch, warum bei solchen Projekten nicht allein technische Exzellenz entscheidet, sondern die Fähigkeit, technische, organisatorische und regulatorische Abhängigkeiten über alle Projektphasen hinweg aktiv zu steuern.

Heißzellenmodule mit einem Gesamtgewicht von mehreren 100 t tragen künftig in den USA zur modernen Krebstherapie bei – gefertigt, montiert und getestet in Deutschland. Mit dem Bau der neuen Heißzellenlinie für ein US-amerikanisches Radiopharmazieunternehmen realisierte Isotope Technologies Dresden (ITD), eine Tochtergesellschaft von Eckert & Ziegler, ein anspruchsvolles Anlagenbauprojekt. Die Anlage dient der Herstellung therapeutischer Radioisotope und leistet damit einen Beitrag zur weltweiten Versorgung mit innovativen Krebstherapien.
Was auf den ersten Blick nach einem beeindruckenden Engineeringprojekt klingt, offenbart bei genauerem Hinsehen eine deutlich größere Herausforderung: den Umgang mit hoher technischer, organisatorischer und regulatorischer Komplexität. Denn Anlagen dieser Art folgen zwar etablierten technischen Prinzipien, werden jedoch als hochgradig anwendungsspezifische Sonderlösungen realisiert, bei denen einzelne Entscheidungen weitreichende Auswirkungen auf das Gesamtsystem haben. Wie sich diese Komplexität konkret niederschlägt, zeigt sich bereits in der technischen Auslegung der Anlage.

Maßanfertigung statt Standardlösung

Das technische Herzstück der Anlage bilden eine hohe Anzahl abgeschirmter Heißzellenmodule sowie zusätzliche, nicht abgeschirmte Zusatzmodule. Je nach Einsatzbereich unterscheiden sich die Wandstärken der Bleiverkleidung erheblich. Einige Module sind als hochabgeschirmte Produktionszellen ausgeführt, ergänzt durch weniger stark abgeschirmte Funktionsmodule. In sicherheitskritischen Bereichen erreichen die Abschirmungen Wandstärken von bis zu mehreren 100 mm und werden in anderen Anlagen teilweise durch Materialien wie Stahl oder Wolfram ergänzt.

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