24.06.2026 • Themen

Predictive Maintenance mit KI: Wie digitale Modelle Anlagenausfälle frühzeitig erkennen

Interview mit Jens-Christian Blad, Leiter des Bereichs Produktion, Technologie, Sicherheit und Umwelt bei Lanxess

Jens-Christian Blad, Bereichsleiter Produktion, 
Technologie, Sicherheit und Umwelt, Lanxess
Jens-Christian Blad, Bereichsleiter Produktion, Technologie, Sicherheit und Umwelt, Lanxess
© Lanxess

Erfahrene Anlagenfahrer hören, wenn mit einer Maschine etwas nicht stimmt – oft bevor Messwerte Alarm schlagen. Lanxess hat dieses Wissen systematisch digitalisiert: Ein KI-basiertes Predictive-Maintenance-System überwacht heute Hunderte kritischer Equipments rund um die Uhr, an über 40 Standorten weltweit. Es kombiniert Sensordaten, Prozesswissen und Expertenerfahrung zu einem Frühwarnsystem, das Ausfälle Tage oder Wochen im Voraus ankündigt. Das Ziel ist nicht, Menschen zu ersetzen – sondern ihr Wissen skalierbar zu machen. Im Rahmen der CHEManager-Serie über Digitalisierungsstrategien bekannter Chemie- und Pharmaunternehmen sprach Stefan Gürtzgen mit Jens-Christian Blad, Leiter des Bereichs Produktion, Technologie, Sicherheit und Umwelt bei Lanxess, über KI-gestützte Wartungssysteme und deren Bedeutung für die Zukunft des Unternehmens.

CHEManager: Herr Blad, welche Rolle spielen digitale Technologien in Ihrem Unternehmen?

Jens-Christian Blad: Digitale Technologien sind bei Lanxess kein Selbstzweck. Sie dienen drei strategischen Kernbereichen: Sicherheit, Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz. Sicherheit ist dabei nicht priorisierbar – sie ist die Betriebslizenz der gesamten Branche. Nachhaltigkeit bedeutet mehr als die Erfüllung aktueller Regulatorik: Lanxess orientiert sich proaktiv an künftigen Anforderungen, gemessen an globalen Standards. Kosteneffizienz schließlich sichert die Wettbewerbsfähigkeit der Produktion.
Jahrzehntelang prägten papierbasierte Prozesse und erfahrungsbasierte Entscheidungen die chemische Produktion – und sie funktionierten. Doch die operative Realität hat sich grundlegend verändert: Betriebsfenster werden enger, Prozesskomplexität steigt, Regulierungsdruck wächst. Erfahrung bleibt unverzichtbar – aber sie muss heute skalierbar sein.

Wie hat sich das klassische erfahrungsbasierte Wartungsmodell unter dem Einfluss von KI und Digitalisierung verändert?

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