24.11.2012 • Themen

PE-Branche ist optimistisch

PE-Branche ist optimistisch – Die Zahl der Private Equity-Transaktionen in Deutschland wird nach Einschätzung von Branchenexperten in den kommenden 18 Monaten weiter steigen. Das hat eine KPMG-Umfrage unter den maßgeblichen Private Equity-Häusern, Banken und Mezzanine-Anbietern ergeben.

Dabei erwarteten 55 % der Befragten, dass die Zahl der Deals mit einem Volumen von bis zu 400 Mio. € in den kommenden 18 Monaten unverändert hoch bleiben wird; 45 % gehen von einem Anstieg aus. Bei den Deals mit einem Volumen von mehr als 400 Mio. € rechnen 40 % mit einem weiterhin hohen Niveau und sogar 50 % der Umfrageteilnehmer mit einer steigenden Transaktionszahl. Haupttreiber dieser Entwicklung sind nach Ansicht der Branchenfachleute die Aktivitäten im Mittelstand und die nach wie vor sehr liquiden Fremdkapitalmärkte.

Die Befragten gaben an, dass in diesem Jahr vor allem neue, bislang weniger im Fokus stehende Branchen wie der Gesundheits- und der Dienstleistungssektor ins Blickfeld der Investoren rücken werden. Die Bereiche Transport und Logistik sowie die Energie- und Chemiebranche sind nach Ansicht der Fachleute weiterhin attraktiv.

Die lange Zeit favorisierte Automobilindustrie hat dagegen nach Meinung der Befragten an Attraktivität für Investitionen deutlich eingebüßt. Unterstützt wird die Gesamtmarktentwicklung durch eine expansive Vergabe von Unternehmenskrediten. Die befragten Banken und Finanzinvestoren sehen die allgemein diskutierten potentiellen Risiken einer hohen Verschuldung der finanzierten Unternehmen, erwarten aber keinen signifikanten Anstieg an Firmenzusammenbrüchen. Die KPMGUmfrage bestätigt den Reifegrad und die steigende Internationalisierung des deutschen Leveraged Finance-Marktes:

Deutlich spürbar für die Entwicklung des deutschen Kreditmittelmarktes ist nach Ansicht der Befragten die wachsende Nachfrage von internationalen Hedge Fonds und Collatorized Debt Obligations (CDO). So genannte „second lien"-Tranchen haben einen Stammplatz zur Finanzierung von Buy-outs eingenommen.

Es ist eine signifikante Verschiebung der Kredittranchen zu den nachgelagerten endfälligen Zahlungen zu beobachten, da diese Zins- und Tilgungsmodalitäten den Bedürfnissen von institutionellen Kapitalanbietern wesentlich besser entsprechen als jährliche Zahlungsströme.

„Ingesamt kann der Markt für Akquisitionsfinanzierung in Deutschland nach wie vor als Kreditnehmer-Markt bezeichnet werden. Das Angebot an Finanzmitteln wird auch in diesem Jahr das der zu finanzierenden Buy-out-Transaktionen übersteigen", sagt Dr. Martina Ecker, Partnerin im Private Equity-Bereich von KPMG.

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