Mehr Neugründungen mit KI-Komponente
Interview mit Ralf Huss, Managing Director von BioM über die Rolle von digitalen Technologien und künstlicher Intelligenz bei Neugründungen von Biotech- und Pharmaunternehmen.
Interview mit Ralf Huss, BioM

Bei Neugründungen von Biotech- und Pharmaunternehmen geht es immer weniger „klassisch“ um neue Moleküle oder Medikamente, stattdessen spielen digitale Technologien und künstliche Intelligenz eine zunehmend wichtigere Rolle. Modellierungen, digitale Zwillinge und Nanotechnologie werden die Entwicklungszeiten neuer Wirkstoffe deutlich verkürzen, verlangen aber auch eine andere Herangehensweise. Thorsten Schüller sprach darüber mit Ralf Huss, Managing Director von BioM, der Netzwerkorganisation von Deutschlands bedeutendster Biotechregion München.
CHEManager: Nach dem Next Generation Report 2025 steht Bayern bei Neugründungen bundesweit an der Spitze. Die Biotech-Szene soll dabei einer der wichtigen Innovationstreiber sein. Auch laut der Financial Times führt Bayern Europas Start-up-Hub-Szene an – mit Impulsen auch für die Life-Sciences-Branche. Da stellt sich die Frage: Was macht die Stärke der Life Sciences in Bayern aus?
Ralf Huss: Die genannten Gründungen finden überwiegend im Bereich KI, digitale Anwendungen und digitale Lösungen statt. Die Life Sciences machen davon bislang einen eher geringen, aber wachsenden Teil aus. Der Bereich Medizin konnte deutlich zulegen und liegt weiterhin auf Platz 2 hinter dem Softwaresektor. Entwicklungen in den Life Sciences sind aufwendiger, kostenintensiver und brauchen mehr Ressourcen. Ihnen fehlte zudem lange die Anerkennung in unserer Gesellschaft. Wir bemerken aber positive Veränderungen. Wir sind froh, dass Life Sciences und damit auch die Biotechnologie jetzt ein Teil der Hightech Agenda Deutschland sind. Zugleich sehen wir zunehmend Synergien zwischen der klassischen Biotechnologie und Start-ups im Bereich der KI oder digitalen Lösungen. Es gibt immer mehr Unternehmen, die künstliche Intelligenz nutzen, um bessere Moleküle zu entwickeln oder ein Scale-up vorzunehmen.

Weiterlesen mit Login
Noch nicht registriert?
Registrieren Sie sich jetzt kostenfrei und Sie erhalten vollen Zugriff auf alle exklusiven Beiträge. Mit unserem Newsletter senden wir Ihnen Top-Meldungen aus der Chemie-, Pharmaindustrie. Außerdem erhalten Sie regelmässig Zugriff auf die aktuellen E-Paper und PDFs von CHEManager.
RegistrierenAnbieter
Bio-M Biotech Cluster Development GmbHAm Klopferspitz 19
82152 Plan 82152
Meist gelesen

Vorsprung durch Forschung
Wacker baut seine Forschungsaktivitäten aus. Der Münchner Chemiekonzern hat einen zweistelligen Millionenbetrag in ein neues Biotechnology Center in der bayerischen Landeshauptstadt investiert.

Auf der Suche nach der richtigen Formel
Europas Stärke liegt in der Verbindung von Prozesswissen, Anwendungskompetenz und Nachhaltigkeit

Chemiekonjunktur – China auf der Überholspur
Im Jahr 2024 stieg der Anteil Chinas an den globalen Chemieinvestitionen auf rund 45 %. Doch die goldenen Jahre des chinesischen Wirtschaftswunders sind vorbei.

Single-Site Excellence
Interview mit Frank Wegener und Jörg Blumhoff, ESIM Chemicals, über die Wettbewerbssituation und ihre künftige Strategie im weltweiten CDMO-Markt.

Verluste, die keiner sieht
In CCUS-Projekten der chemischen Industrie wird die präzise CO₂-Messung zur Schlüsseltechnologie - Coriolis-Systeme spielen dabei eine zentrale Rolle.






