24.06.2026 • Themen

Massenkunststoffe neu denken

Neue Technologie bietet Potenzial für die konkurrenzfähige Produktion im globalen Maßstab

Interview mit Manuel Häußler, CSO und Co-Founder von Aevoloop

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Manuel Häußler, Chief Scientific Officer, Aevoloop
© SPRIN-D

Massenkunststoffe wie Polyethylen (PE) wurden vor weit mehr als einem halben Jahrhundert entwickelt. Die Umweltfolgen wurden damals kaum berücksichtigt. Heute sehen wir sie in fast allen Ökosystemen. Das Leipziger Start-up Aevoloop geht dem Übel an die Wurzel: die verwendeten Materialien selbst. Das Unternehmen hat eine Technologie entwickelt, die nachhaltige Kunststoffe neu denkt: Sie behält die konventionellen Stärken von Kunststoffen und ermöglicht trotzdem Recycling und biologischen Abbau. Manuel Häußler, CSO und Co-Founder von Aevoloop, erläutert das Verfahren und die Pläne für das Start-up.

CHEManager: Was hat Sie motiviert, sich mit neuartigen Kunststoffen zu beschäftigen? 

M. Häußler: Die Vorteile von Plastik sind unbestritten. Aber wir verkennen, wie sehr die täglich genutzten Kunststoffe aus der Zeit gefallen sind. HDPE beispielsweise, einer der weltweit am meisten verbreiteten Kunststoffe, wurde im Jahr 1953 entwickelt. Wir machen uns viel zu wenige Gedanken darüber, wie wir die negativen Folgen dieser Materialien, wie verschmutzte Weltmeere oder Mikroplastik, strukturell und konsequent angehen. Ich bin überzeugt: Wir müssen die Wurzel des Problems angehen und aufhören, nur die Symptome zu lindern. Es ist an der Zeit, dass wir Kunststoffe für das Zeitalter des Recyclings entwickeln.

War das am Ende der Antrieb für die Gründung von Aevoloop? 

M. Häußler: Ja. In meiner Forschung an der Universität Konstanz konnte ich mit meinem Team eine Lösung für das Problem entwickeln: Kunststoffe, die unendlich recycelbar und biologisch abbaubar und gleichzeitig auch für den Massenmarkt einsetzbar sind. Ich habe jedoch verstanden, dass wir zwar Grundlagen für die Kunststoffe der Zukunft legen können, es in der Wirtschaft aber keine ausreichenden Kräfte gibt, den Status quo grundlegend zu hinterfragen und Kunststoffe neu zu denken. Also habe ich irgendwann beschlossen, das Thema mit meinen Mitgründern selbst in die Hand zu nehmen.

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