11.10.2018 • Themen

Kreislaufwirtschaft ist etablierter und wichtiger Bestandteil der deutschen Kunststoffindustrie

Kunststoffe sind energie- und ressourceneffiziente Werkstoffe, Wegbereiter klimaschonender Technologien und vielseitig zu verwerten. Wie weit der Werkstoff aktuell im Kreislauf geführt wird, belegt jetzt die neu aufgelegte Stoffstrombildanalyse zu Kunststoff. Neben der Produktion von neuen Kunststoffen wurden hier erstmals auch detailliert die Mengen der Erzeugung und Verarbeitung von Rezyklaten ermittelt. Das Ergebnis zeigt, dass Recyclingkunststoffe immer mehr zu einer Alternative werden und wichtiger Rohstoff für neue Kunststoffprodukte sind. 12,3% der Kunststoffverarbeitungsmenge werden schon heute durch Rezyklate gedeckt (Gesamtmenge 14,4 Mio. t, davon 1,8 Mio. t Rezyklate); diese finden in allen Anwendungsbereichen ihren Einsatz – von hoch technischen Anwendungen wie dem Fahrzeugbau oder dem Elektro/Elektronikbereich sowie verstärkt in der Landwirtschaft (ca. 35%), im Baubereich (ca. 21% und in Verpackungen (ca. 9%). Die Kunststoffwertschöpfungskette leistet so einen unverzichtbaren Beitrag zur effizienten und nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und für den Weg in eine zirkuläre Wirtschaft.

Die aktuellen Zahlen zeigen darüber hinaus, dass stoffliche und energetische Kunststoffverwertung hierzulande weiter auf hohem Niveau funktionieren: So wurden im zurückliegenden Jahr 99% der Kunststoffabfälle in Deutschland verwertet. Mit der vorgelegten Studie liegt ein durchgängiges und nahezu einmaliges Stoffstrombild von der Produktion bis zur Verwertung der Kunststoffe und des Wiedereinsatzes von Rezyklaten vor. Dieses liefert eine wichtige Grundlage für die Circular Economy Diskussion und die Entwicklung von geschlossenen Kreisläufen im Kunststoffbereich.

Die Zahlen aus dem Stoffstrombild zur Kunststofferzeugung, -verarbeitung und -verwertung im Detail: In Deutschland wurden im vergangenen Jahr rund 21,8 Mio. t Kunststoff erzeugt, darunter waren 1,9 Mio. t Rezyklate. Zur Herstellung von Kunststoffprodukten wurden 14,4 Mio. t eingesetzt, wovon wiederum 1,8 Mio. t aus Rezyklaten bestanden. Die Kunststoffabfallmenge betrug im gleichen Jahr rund 6,2 Mio. t. Mehr als 99% wurden wie folgt verwertet: 46,5% werkstofflich, 1% rohstofflich und 52% energetisch. Die werkstoffliche Verwertung erreichte im Jahr 2017 ihren bisher höchsten Wert und liegt mit ca. 2,8 Mio. t um rund 125% über dem Wert von 1994.

Für die Erhebung mit dem Titel „Stoffstrombild Kunststoffe in Deutschland 2017“ wurden mehr als 2.000 Unternehmen aus Kunststofferzeugung, -verarbeitung und -verwertung befragt sowie amtliche und weitere Statistiken herangezogen. Erstellt wurde die Studie von Conversio Market & Strategy. Auftraggeber sind die BKV sowie PlasticsEurope Deutschland, der BDE - Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft, der BVSE - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, der Fachverband Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA, die IK – Industrievereinigung Kunststoffverpackungen, der KRV – Kunststoffrohrverband, die AGPU - Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt, der GKV – Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie mit seinen Trägerverbänden AVK - Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe, FSK - Fachverband Schaumkunststoffe und Polyurethane, GKV/TecPart - Verband Technische Kunststoff-Produkte und pro-K - Industrieverband Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff sowie die IG BCE - Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie.

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