Innovationsroute 2030
Was uns in Deutschland wirklich voranbringt
Juan Rigall, Santiago Advisors

Politik und Wirtschaft scheinen sich einig: Wir können Deutschland als relevanten Standort der Chemie- und Pharmaindustrie nur dann erhalten, wenn wir bei der Innovationskraft zur Weltspitze gehören. Dennoch entsteht der Eindruck, dass diese Einigkeit zu oft bei Willensbekundungen endet. Wie könnte ein konkreter Plan zur Stärkung der Innovation also aussehen? Ein Vorschlag.
Pharma und Chemie zählen zu den tragenden Säulen der europäischen Wertschöpfung. Mit rund 480.000 direkt beschäftigten Menschen allein in Deutschland ist die Industrie weit über die eigenen Umsätze hinaus systemrelevant. Dennoch verliert der Standort weiter an Stabilität: Auftragseingänge und Kapazitätsauslastung liegen spürbar unter früheren Jahren, Investitionen im Inland sinken und viele Unternehmen bauen Personal ab. In manchen Statistiken macht Pharma noch einen positiven Unterschied, die Chemie allein aber krankt überall. Auch der Ausblick in der aktuellen CHEMonitor-Studie (vgl. CHEManager 11/2025) bestätigt diesen Negativtrend.
Inhalt:
- Ins Machen kommen: Innovation innovieren
- Startpunkt: Von der Exzellenz der Forschung in die Anwendung
- Cluster und Ökosysteme: Wo Innovation tatsächlich entsteht
- Domain Knowledge: Europas großer Vorteil
- Unterschätzter Standortfaktor: Innovationskultur
- Globale Innovations-Hubs: Das verbindende Rückgrat der Innovation
- Eine gemeinsame Agenda für Europas Innovationsfähigkeit
- Juan Rigall
Ins Machen kommen: Innovation innovieren
Offensichtlich bedarf es der Innovation im Wortsinn: Erneuerung. Eine klare Route, die Innovations- und damit einhergehend die globale Wettbewerbsfähigkeit unserer Chemie- und Pharmabranche zu stärken, ist gefragt. Die gute Nachricht: Die Grundlagen sind vorhanden: Eine hochqualifizierte Arbeitnehmerschaft, gut positionierte Forschungs- und Entwicklungsabteilungen sowie eine erfolgreiche Grundlagenforschung. Doch all diese Assets müssen schneller, konsequenter und gemeinschaftlicher genutzt werden. Natürlich sind auch in diesem Zusammenhang Regulierung, Energie- und Arbeitskosten von zentraler Bedeutung, genau wie zersplitterte Förderprogramme und eine unzureichende Translationsinfrastruktur das Tempo und die Wirkung von Innovation noch immer abbremsen. Die Politik zeigt, wenngleich noch nicht in der geforderten Geschwindigkeit, dass sie diese Themen verstanden hat. Gleichzeitig ist es für alle Unternehmen wichtig, bessere Umstände nicht abzuwarten, sondern schon jetzt an den Hebeln zu ziehen, die für sie direkt greifbar sind. Die folgenden fünf stechen bei den Analysen der letzten Jahre heraus.
Startpunkt: Von der Exzellenz der Forschung in die Anwendung
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