15.08.2016 • Themen

Digitaler Chemiestandort

Prof. Dr. Carsten Suntrop, geschäftsführender Gesellschafter von CMC²
Prof. Dr. Carsten Suntrop, geschäftsführender Gesellschafter von CMC²

Digital ist das neue Normal! Genau wie hybride Strategien für Chemiestandorte (also Kostensenkung und Realisierung von Wachstum) das neue Normal sind. Inwieweit Digital das Neue Normal auch in der Praxis das Neue Normal ist, kann jeder professionelle Standortmanager, -betreiber und -eigentümer für sich beantworten. Neben allen technischen Möglichkeiten muss jedoch klar sein, dass ein völliger Perspektivenwechsel im Führungsverhalten stattfinden muss. Organisatorische und technische Digitalisierung wird das tägliche Leben am Chemiestandorte in großen Teilen verändern.

Dieser Perspektivenwechsel hin zur digitalen Betrachtung des Chemiestandortes macht eine Weiterentwicklung des Führungsverhaltens notwendig. Jede „analoge“ Führungskraft wird dies unmittelbar wahrnehmen, wenn der Direktkontakt zu digital affinen Neuzeit-Managern hergestellt ist. Hier gilt auch nicht besser oder schlechter, hier zählt die sinnvolle Ergänzung von analoger und digitaler Führung. Digital affine Führungskräfte bringen neue Perspektivenräume in die Welt des Chemiestandortes ein. Im Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU), Fachverband Management und Marketing wurden die folgenden Thesen zu den Anforderungen an die Führungsarbeit entwickelt:

  • These 1: Führungskräfte müssen Lösungen für die digitale Welt gestalten
  • These 2: Ohne digitalen Kulturwandel keine digitale Transformation
  • These 3: Digitalisierung ist Sache der Geschäftsführung/ des Vorstands
  • These 4: Gute Führung kontrolliert nicht, sie dirigiert flexibel und kreativ
  • These 5: Neue Kompetenzen brauchen Raum und Pflege – und eine neue Personalpolitik
  • These 6: Digital schafft Freiraum für persönliche Gespräche

Unangemessen wäre jetzt die Bewertung der Führungskräfte an deutschen Chemiestandorten im Hinblick auf diese Thesen. Die Prüfung der eigenen digitalen Affinität kann jede Führungskraft für sich leisten. Sind jedoch die Resultate der Führungsarbeit im Hinblick auf Digitalisierung des Chemiestandortes zu bewerten, so fällt es schwer den innovativen Geist der Digitalisierung zu erkennen. Inwieweit sind die Produkte, vornehmlich Dienstleistungen der Standortbetreiber digitalisiert oder werden mit digitalen Zusatzleistungen unterstützt?

Wie durchgehend ist das Prozessmodell digitalisiert und ermöglicht es dem Chemiestandortkunden größtmögliche Transparenz zur Leistungserfüllung oder schnellstmögliche Erledigung seiner Anliegen? Und wie radikal und strukturell nutzt der Chemiestandort die Digitalisierung zur Veränderung seines Geschäftsmodells. Beispielsweise die Digitalisierung der Zuläufe in und Abläufe von Chemiestandorte(n) (egal ob Besucher, Bahnkesselwagen oder Container per Seeschiff) ? Aus dieser Perspektive erschließt sich im Vergleich zu anderen Branchen noch ein großes Digitalisierungspotenzial – also Führungskräfte: Führt uns zum digitalen Chemiestandort!“

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