Bauchemie: Ein unterschätzter Hebel für Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz
Ina Hundhausen, Hauptgeschäftsführerin, Deutsche Bauchemie e. V.
Die Verlängerung der Lebensdauer von Bauwerken zählt zu den wirksamsten, zugleich jedoch oft unterschätzten Hebeln für mehr Nachhaltigkeit im Bauwesen. Bauchemische Produkte leisten hierzu einen zentralen Beitrag: Sie erhöhen gezielt die Dauerhaftigkeit, verhindern Schäden und verlängern Instandsetzungszyklen – mit direkten Effekten auf Ressourceneffizienz, CO₂-Emissionen und Wirtschaftlichkeit über den gesamten Lebenszyklus.
Aus Lebenszyklusperspektive ist dieser Ansatz entscheidend: Vorzeitige Rückbauten und Ersatzneubauten verursachen zusätzliche Material- und Energieaufwände sowie erhebliche „graue Emissionen“, die in vor- und nachgelagerten Prozessen eines Produkts oder Systems anfallen. Dazu zählen die Rohstoffgewinnung, Herstellung, Transporte, Nutzung und Entsorgung. Eine längere Nutzung reduziert entsprechend Ressourcenverbrauch und CO2-Belastung und bietet zugleich wirtschaftliche Vorteile gegenüber Ersatzneubauten.
Vor dem Hintergrund eines großen sanierungsbedürftigen Bestands, steigender Baukosten und wachsender Nachfrage nach Wohnraum und Infrastruktur gewinnt die Bestandserhaltung strategisch an Bedeutung.
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