22.04.2026 • Themen

Biologie statt Biozide: Wie Kühlwassersysteme effizienter betrieben werden können

© Blue Activity

Kühlwassersysteme beeinflussen Energiebedarf, Anlagenverfügbarkeit und Compliance. Biofilme ­reduzieren den Wärmeübergang und erhöhen OPEX erheblich.

Autor: Lars Havighorst, Blue Activity

Biologische Steuerungskonzepte, unterstützt durch die ­aktualisierte VDI 2047 Blatt 2 und strengere Umwelt­anforderungen, ermöglichen stabile Prozesse ohne ­konventionelle Biozide und verbessern Effizienz sowie ­Wasser- und Energiebilanz.

Kühlwassersysteme sind das Rückgrat der industriellen Wärmeabfuhr. Doch während Unternehmen Millionen in Prozessoptimierung investieren, bleibt das Kühlwasser oft eine unsichtbare Kostenstelle. Bereits 1 mm Biofilm­ablagerung auf Wärmetauscherflächen kann den Wärmeübergang um 10 – 40 % reduzieren – in typischen Anlagen bedeutet das Mehrkosten von 100.000 – 800.000 EUR pro Jahr.
Die Standardantwort lautet seit Jahrzehnten: mehr Chemie. Doch konventionelle Biozide verfolgen einen „Kill“-Ansatz, der zwangsläufig selektiven Druck, Resistenzbildung und Ab­wasserbelastung erzeugt:

  • Resistenzbildung: Mikroorganismen ­passen sich an, Dosierraten steigen, die Wirksamkeit sinkt.
  • AOX-Belastung: Chlor- und bromhaltige Biozide erzeugen AOX-Konzentrationen, die bis zu 1,5 mg/L erreichen – und damit den möglichen künftigen Grenzwert von 0,3 mg/L (Tendenz bis 2030) um ein ­Viel­faches überschreiten.
  • Versteckte Kosten: Verschmutzte Wärme­tauscher erhöhen Konden­sationstemperaturen und Energieverbrauch. Hinzu kommen Starkverschmutzer-Zuschläge und steigende Abwasserabgaben.

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