Kühlwassersysteme beeinflussen Energiebedarf, Anlagenverfügbarkeit und Compliance. Biofilme reduzieren den Wärmeübergang und erhöhen OPEX erheblich.
Autor: Lars Havighorst, Blue Activity
Biologische Steuerungskonzepte, unterstützt durch die aktualisierte VDI 2047 Blatt 2 und strengere Umweltanforderungen, ermöglichen stabile Prozesse ohne konventionelle Biozide und verbessern Effizienz sowie Wasser- und Energiebilanz.
Kühlwassersysteme sind das Rückgrat der industriellen Wärmeabfuhr. Doch während Unternehmen Millionen in Prozessoptimierung investieren, bleibt das Kühlwasser oft eine unsichtbare Kostenstelle. Bereits 1 mm Biofilmablagerung auf Wärmetauscherflächen kann den Wärmeübergang um 10 – 40 % reduzieren – in typischen Anlagen bedeutet das Mehrkosten von 100.000 – 800.000 EUR pro Jahr.
Die Standardantwort lautet seit Jahrzehnten: mehr Chemie. Doch konventionelle Biozide verfolgen einen „Kill“-Ansatz, der zwangsläufig selektiven Druck, Resistenzbildung und Abwasserbelastung erzeugt:
- Resistenzbildung: Mikroorganismen passen sich an, Dosierraten steigen, die Wirksamkeit sinkt.
- AOX-Belastung: Chlor- und bromhaltige Biozide erzeugen AOX-Konzentrationen, die bis zu 1,5 mg/L erreichen – und damit den möglichen künftigen Grenzwert von 0,3 mg/L (Tendenz bis 2030) um ein Vielfaches überschreiten.
- Versteckte Kosten: Verschmutzte Wärmetauscher erhöhen Kondensationstemperaturen und Energieverbrauch. Hinzu kommen Starkverschmutzer-Zuschläge und steigende Abwasserabgaben.
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