Interview mit Baladji Soussilane, Air Liquide

Die Welt wird immer komplexer und stellt traditionelle Wirtschaftsmodelle vor große Herausforderungen. Air Liquide investiert massiv in Innovationen, um seinen Wettbewerbsvorteil zu behaupten. Mit einer ausgeprägten Ingenieurskultur und Standorten in direkter Nähe zu seinen Kunden hat das Unternehmen Informationstechnologie und künstliche Intelligenz (KI) zu zentralen Säulen seiner Zukunft gemacht. Im Rahmen der CHEManager-Serie über Digitalisierungsstrategien bekannter Unternehmen sprach Stefan Gürtzgen mit Baladji Soussilane, Group Chief Digital & Information Officer bei Air Liquide, über die tiefgreifenden Umbrüche in der Branche, den „Fast-Follower“-Ansatz der Gruppe bei digitalen Innovationen und die Frage, warum starke industrielle Prozesse und solide Datenfundamente der ultimative Schlüssel sind, um den wahren Wert von KI zu erschließen.
CHEManager: Welche Bedeutung hat die Digitalisierung für die künftige Ausrichtung und Wettbewerbsfähigkeit von Air Liquide?
Baladji Soussilane: Wir agieren in einer Welt, die immer komplexer und volatiler wird und in der viele traditionelle Wirtschaftsmodelle – auch im Chemiesektor – tiefgreifend infrage gestellt werden. Die wahre Stärke unseres Geschäfts bei Air Liquide liegt darin, dass wir weiterhin sehr stark innovieren, um auf diese Herausforderungen zu reagieren. Wir nutzen Technologie und KI, um unsere Wertschöpfungskette zu transformieren und unsere Produkte und Dienstleistungen für unsere Kunden kontinuierlich zu optimieren. Hierbei stehen die Steigerung der Wertschöpfung sowie die Unterstützung unserer Nachhaltigkeitsziele, zum Beispiel die Minimierung unserer Kohlenstoffintensität, im Vordergrund, wobei Letzteres von entscheidender Bedeutung für die Zukunft unserer Gesellschaft ist.
Sie haben erwähnt, dass KI im Zentrum der Innovation steht. Wo genau positionieren Sie künstliche Intelligenz heute innerhalb Ihrer Strategie?
B. Soussilane: Bei Air Liquide verfolgen wir die Vision, dass KI, wie jede andere wichtige Technologie auch, reale Geschäftsprobleme entlang der gesamten Wertschöpfungskette lösen muss.
„Der wahre Wert von KI wird nur dann maximiert, wenn die zugrunde liegenden Prozesse klar definiert sind.“
Der wahre Wert von KI wird nur dann maximiert, wenn die zugrunde liegenden Prozesse klar definiert sind. Glücklicherweise arbeiten wir in einem stark prozessorientierten Umfeld: Die Implementierung von KI wird dabei durch unsere fundierten Kenntnisse industrieller Prozesse erleichtert.
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