Anlagenbau trotzt schwierigen Marktbedingungen
Rückläufige Nachfrage im Chemieanlagenbau, aber Chancen durch neue Märkte und Technologien
Harald Weber, VDMA Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau (AGAB)

Der Großanlagenbau hat sich 2025 in einem schwierigen Marktumfeld behauptet. Die Auftragseingänge der VDMA-Mitgliedsunternehmen in Deutschland und Österreich erreichten 24,7 Mrd. EUR und lagen damit nur leicht unter dem Vorjahreswert von 25,1 Mrd. EUR.
Hinter dieser robusten Bilanz stehen jedoch deutliche Branchenunterschiede: Während die Nachfrage nach Kraftwerken und Energieübertragungsanlagen weiter zunahm, entwickelte sich das Projektgeschäft in den Prozessindustrien verhaltener. Besonders Anbieter von Chemieanlagen, Hütten- und Walzwerken sowie Zementanlagen verzeichneten rückläufige Bestellungen.
Inhalt:
- Investitionsschwäche in Deutschland, Auslandsgeschäft im Aufwind
- Energieboom und Reindustrialisierung stützen Nachfrage
- Mehr Produktivität durch Digitalisierung und KI
- Politik muss Wettbewerbsfähigkeit Europas sichern
- Chemieanlagenbau leidet unter schwacher Nachfrage
- Handelsverschiebungen und Überkapazitäten
- Cashflow statt Dekarbonisierung
- Das regulatorische Umfeld
- Chancen durch neue Märkte und Technologien
- Ausblick: Stabiler Kurs trotz Unsicherheiten
- Serkan Şen
- Harald Weber
Investitionsschwäche in Deutschland, Auslandsgeschäft im Aufwind
Die Bestellungen aus Deutschland gingen 2025 um 34 % auf 3,9 Mrd. EUR zurück und lagen damit auch unter dem Durchschnitt der vergangenen Dekade. Eine nachhaltige Aufwärtsdynamik ist derzeit nicht erkennbar. Die Auftragseingänge aus dem Ausland stiegen dagegen auf 20,8 Mrd. EUR – der höchste Wert seit 2008. Die USA waren 2025 mit 3,7 Mrd. EUR zum vierten Mal in Folge der wichtigste Auslandsmarkt. Denn trotz der spürbar belastenden US-Zollpolitik tragen die Projekte im Großanlagenbau zur notwendigen Modernisierung der Infrastruktur in den Vereinigten Staaten bei. In Europa erwiesen sich insbesondere Großbritannien, Polen und Schweden als Wachstumsmotoren. In Asien kompensierten einzelne Großprojekte die weiter rückläufigen Bestellungen aus China, die seit 2021 kontinuierlich gesunken sind.
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