Energieversorgung in der Ukraine-Krise
Wolfgang Hahn, Geschäftsführer der ECG Energie Consulting, die bundesweit mehr als 2.500 Unternehmen in Energiefragen berät, äußert sich zu den Auswirkungen der Kriegshandlungen auf den deutschen Energiemarkt und die daraus resultierenden Herausforderungen für die deutsche Industrie.
Die Befürchtungen der Unternehmen in Deutschland haben sich mit dem gestrigen Tag bewahrheitet. Die Preise für Energie hatten bereits in den vergangenen Tagen kräftig angezogen. Mit Beginn der Kriegshandlungen haben sie sich nochmals sprunghaft erhöht und den ersten Höchststand des Jahres erreicht. Das stellt die deutschen Unternehmen, die beim Thema Energie speziell in den vergangenen Monaten schon erhebliche finanzielle Mehrbelastungen zu stemmen hatten, vor immense Herausforderungen.
In der aktuellen Situation zeigt sich ganz deutlich, wie sehr Deutschlands Energieversorgung von Gaslieferungen aus Russland abhängig ist. Und russisches Gas lässt sich nicht so einfach und schnell ersetzen. Wenn künftige Lieferungen ausbleiben, werden die Preise weiter steigen – mit Auswirkungen auf den gesamten deutschen Energiemarkt. Unternehmen sollten deshalb in der aktuellen Situation keine Zeit mehr verlieren. Wichtig ist, die Energiebeschaffung nicht auszusetzen, sondern ganz im Gegenteil schnell zu handeln. Doch Vorsicht vor Aktionismus: Wichtig ist speziell jetzt, strukturiert vorzugehen, das Risiko zu streuen und in Tranchen einzukaufen. Dabei sollte nun aber die Absicherung stärker im Vordergrund stehen als bisher, während dennoch Spielraum für den späteren Kauf von Teilmengen bestehen bleibt.
Die aktuelle Preisentwicklung ist nur eines der aktuellen Energie-Risiken für die deutschen Unternehmen. Ein weiteres ist die mittel- bis langfristige Versorgungssicherheit: Viele Unternehmen schauen bereits auf den nächsten Herbst und Winter und fragen sich, ob die Gasspeicher dann wieder gefüllt sein werden, ob eine angemessene Alternative zu russischem Gas gefunden wird oder ob der Gasimport aus Russland komplett unterbrochen wird. Die Unternehmen sollten dabei allerdings nicht nur darauf hoffen, dass die deutsche Politik zeitnah Mittel und Wege finden wird, die Abhängigkeit von russischem Gas zu beenden und in kurzer Zeit einen auch im Hinblick auf die Kosten angemessenen Ersatz findet. Stattdessen sollten sie auch unter diesen neuen Vorzeichen verstärkt die eigene Dekarbonisierung vorantreiben und Alternativen wie etwa Energie aus nachwachsenden Rohstoffen zügig in ihre Energieversorgung einbauen Wer solche Projekte bereits angestoßen hat, besitzt nun einen wichtigen Vorsprung.


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