07.10.2026 • Themen

Rezyklat ist nicht gleich Rezyklat

Wie unbekannte Materialzusammensetzungen Entwicklungsprojekte ausbremsen.

André Knoop, Betriebsleiter, Polymer- und Produktanalytik, und Lisa Pilgram, Sachgebietsleiterin GC/GC-MS-Labor, Currenta

Die häufig wenig transparente Materialzusammensetzung von Rezyklaten kann zu Risiken in Entwicklung, Verarbeitung und Produktion führen. Die systematische Aufklärung des analytischen Fingerabdrucks eines Rezyklats, bspw. mit thermischen Verfahren wie DSC, schafft Transparenz über dessen Zusammensetzung und Eigenschaften und bildet damit die Grundlage für eine fundierte Materialbewertung.
Die häufig wenig transparente Materialzusammensetzung von Rezyklaten kann zu Risiken in Entwicklung, Verarbeitung und Produktion führen. Die systematische Aufklärung des analytischen Fingerabdrucks eines Rezyklats, bspw. mit thermischen Verfahren wie DSC, schafft Transparenz über dessen Zusammensetzung und Eigenschaften und bildet damit die Grundlage für eine fundierte Materialbewertung.
© Currenta

Auf den ersten Blick erfüllt ein Rezyklat häufig alle relevanten Spezifikationen. Doch Datenblatt und Materialbezeichnung geben nicht immer Aufschluss über die tatsächliche Zusammensetzung des Granulats. Fremdpolymeranteile, Additivreste, Füllstoffe oder Alterungsprodukte können die Eigenschaften des Materials erheblich beeinflussen und zu unerwarteten Effekten in Verarbeitung und Anwendung führen. Für Entwicklungsprojekte entsteht dadurch eine Unsicherheit, da wichtige Entscheidungen auf einer begrenzten Informationsbasis getroffen werden. Die systematische Aufklärung des analytischen Fingerabdrucks eines Rezyklats schafft Transparenz über dessen Zusammensetzung und Eigenschaften und bildet damit die Grundlage für eine fundierte Materialbewertung.

Die Qualität eines Rezyklats wird maßgeblich durch seine Herkunft bestimmt. Während Post-Indus­trial-Rezyklate meist aus kontrollierten Produktionsströmen stammen, weisen Post-Consumer-Rezyklate häufig eine deutlich komplexere Materialhistorie auf. Unterschiedliche Polymerqualitäten, Additivierungen und Nutzungsbedingungen treffen hierbei aufeinander. Zusätzlich können Fremdpolymere, Druckfarben, Klebstoffe oder andere Rückstände enthalten sein. Auch ursprünglich eingesetzte Additive wie Anti­oxidantien, UV-Stabilisatoren oder Flammschutzmittel bleiben oft im Material erhalten und können die Eigenschaften sowie die Weiterverarbeitung beeinflussen.

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