12.08.2026 • Themen

Pilotanlage zur CO2-neutralen Dampferzeugung in Betrieb genommen

Marburg erhöht den Autarkiegrad des Standorts.

Interview mit Markus Stertmann, Innexis

Markus Stertmann, 
Senior Director Utilities, Innexis
Markus Stertmann, Senior Director Utilities, Innexis
© Innexis

Innexis und E2S Power haben im Pharma & Life Science Park Marburg eine Pilotanlage mit Graphit-Wärmespeicher auf Basis der Twest-Technologie mit einer Kapazität von 6 Mwh gestartet. Die Anlage ist ein wichtiger Baustein der Nachhaltigkeits- und Dekarbonisierungsstrategie des Standortbetreibers. Oliver Pruys sprach mit Markus Stertmann, Senior Director Utilities bei Innexis, über die Vorteile der neuen Anlage, Fragen der Energieeffizienz und den Wunsch nach Klimaneutralität.

CHEManager: Welche technologische Innovation steckt hinter der neuen Pilotanlage zur klimaneu­tralen Dampferzeugung im Pharma & Life Science Park Marburg und wie viel CO2-Emissionen spart sie im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen ein?

Markus Stertmann: Im Pharma & Life Science Park Marburg wird für die Arzneimittelproduktion Prozessdampf benötigt, der im zentralen Kesselhaus der Innexis hergestellt und über das Dampfnetz an die Kunden verteilt wird. Bislang erfolgt die Erzeugung von Prozessdampf über erdgasbetriebene Großwasserraumkessel. Bei der Verbrennung von Erdgas entsteht CO2, das über den Schornstein in die Atmos­phäre gelangt. Im Rahmen unserer Roadmap zur Dekarbonisierung wurde deshalb früh deutlich: Um CO2-Neutralität zu erreichen, müssen wir den Energieträger wechseln. Mit der Pilotanlage gehen wir genau diesen Weg. Wir nutzen Strom aus unserer PV-Anlage, um den thermischen Dampfspeicher TWEST aufzuheizen und daraus Prozessdampf bereitzustellen. Das System überbrückt den zeitlichen Versatz zwischen Stromerzeugung und Dampfbedarf und erhöht damit den Autarkiegrad des Standorts deutlich. Im Zielbild der CO2-neutralen Dampferzeugung lassen sich rund 20.000 t/a CO2 einsparen. Die Pilotanlage deckt davon zunächst etwa vier bis fünf Prozent ab – das entspricht knapp 1.000 t/a CO2.

Welche besonderen Herausforderungen mussten bei der Inbetriebnahme im regulierten Pharmaumfeld überwunden werden?

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