Pharmalogistik: Potenziale für Menschen, Prozesse und Standorte nutzen
Kerstin Dobers, Lukas Müller und Sebastian Wibbeling, Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML

Pharmaunternehmen sehen sich heute mit der wachsenden Anforderung konfrontiert, wirtschaftliche Effizienz und ökologische Verantwortung in Einklang zu bringen. Nachhaltigkeit, verstanden als Zusammenspiel ökologischer, ökonomischer und sozialer Zieldimensionen, hat sich im Allgemeinen inzwischen von einer Randthematik zu einer strategischen Kernaufgabe gewandelt. Die hohe Abhängigkeit von globalen, teils zentralisierten Rohstoffquellen und komplexen Produktions- und Logistikketten verdeutlicht, wie unmittelbar Prozessstabilität und Ressourceneffizienz miteinander verbunden sind. Eine konsequente Bearbeitung nachhaltiger Ziele erfordert daher einen Blick auf die eigenen betrieblichen Abläufe.
Ein zentraler Ansatzpunkt findet sich dabei in der Pharmalogistik. Als Querschnittsfunktion erstreckt sie sich über die gesamte Supply Chain und verbindet Beschaffung, Produktion, Distribution und Entsorgung zu einem integrierten Wertschöpfungsnetzwerk. Genau hier bieten sich diverse Hebel zur Steigerung von Ressourceneffizienz und Prozessstabilität. Die Reduktion und Vermeidung von Intermediaten und Endprodukten durch Temperaturabweichungen, der Einsatz von Robotik zur Automatisierung innerbetrieblicher Transportprozesse, die Implementierung von Smart Devices oder der Betrieb energieeffizienter Logistikstandorte sind nur einige Beispiele. Vernetzte Smart Devices, wie das in Kooperation mit Boehringer Ingelheim Pharma entwickelte Smart Panel, ermöglichen es bspw., soziale und prozessuale Ziele direkt auf dem Shopfloor zusammenzuführen. Technologische Lösungen dieser Art adressieren jedoch vorrangig die Prozessebene, während die Verfolgung nachhaltiger Ziele gleichermaßen die systematische Bewertung auf Standortebene einschließen sollte.
Wie Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsleistung systematisch erfassen und daraus belastbare Maßnahmen ableiten können, zeigt die vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML durchgeführte GILA-Studie, in der ökologische Kennzahlen u. a. an pharmazeutischen Standorten systematisch analysiert wurden.
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