Outsourcing als Erfolgsstrategie in der Spezialchemie
Die Spezialchemie ist derzeit mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert. Einerseits erhöht zunehmender Wettbewerb insbesondere aus dem asiatischen Raum den Druck auf die Margen.



Vor diesem Hintergrund identifizierte vergangenes Jahr der „Thinktank Deutsche Spezialchemie: Fit for the Future?!“ des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU) „neue, kundenspezifische Produkte“ bei gleichzeitigen „Initiativen zur Effizienzsteigerung“ als Voraussetzungen für künftiges profitables Wachstum. Ergänzend dazu beschreibt die Branchenstudie „IHS Markit, Overview of the Specialty Chemicals Industry“ von August 2018 angesichts der verschärften Wettbewerbssituation und der Kommodifizierung eingeführter Produkte die Innovationsfähigkeit von Unternehmen als „eine der wenigen verbleibenden Quellen“ zur Schaffung von Wettbewerbsvorteilen.
„Die Einbindung externer Partner in die Fertigungskette ermöglicht häufig
einen fokussierteren Einsatz der eigenen Ressourcen.“
Outsourcing in der Agrochemie
Chancen für die Spezialchemie
„Eine zentrale Herausforderung der Spezialchemieunternehmen liegt darin, ein Höchstmaß
an innovativer Entwicklung bei maximaler Kosteneffizienz zu erzielen."
Voraussetzungen sorgfältig prüfen
Von Outsourcing profitieren
Herr Eizenhöfer, welche Schlussfolgerungen zieht CABB aus diesen Entwicklungen des Markts?
Thomas Eizenhöfer: CABB ist seit Jahrzenten in die Fertigungsprozesse großer Agrochemiehersteller integriert. Wir erfahren aus nächster Nähe, welche Vorteile diese Unternehmen aus einer solchen Partnerschaft ziehen: zum Beispiel mehr Flexibilität, höhere Geschwindigkeit und klare Prioritäten im Ressourceneinsatz.
Was kann sich der Kunde darunter vorstellen?
T. Eizenhöfer: Der Kunde übergibt uns am Anfang des Projekts sein Tech Pack und erhält am Ende das kommerziell gefertigte Molekül zur internen Weiterverarbeitung. Wir kümmern uns also anhand einer klaren Leistungsvorgabe um die technologische Umsetzung seines Projekts in der Produktion, wozu beispielsweise auch der Aufbau einer stabilen Rohstoffversorgung gehört. Kontinuierliche Prozessoptimierung ist ja ohnehin Teil unserer Philosophie. Auf Wunsch entwickeln wir im Rahmen unseres ChemCreations-Konzepts auch einen geeigneten Syntheseprozess einschließlich aller Sicherheitsaspekte bis hin zum Scale-up.
Interessierte Innovatoren haben damit von Anfang an eine transparente Entscheidungsgrundlage in Bezug auf Prozesse, Ressourcen, Zeitschiene und Kosten. Inwieweit ändert sich dadurch die strategische Ausrichtung von CABB?
T. Eizenhöfer: Die strategische Ausrichtung ändert sich gar nicht, im Gegenteil: Die Diversifizierung des Kundenportfolios ist ein Pfeiler unserer Wachstumsstrategie. Wir haben jahrzehntelange Erfahrung im Custom Manufacturing, eine anerkannte Technologiekompetenz und die notwendigen Anlagen. Damit können wir die Spezialchemie in ihrer aktuellen Transformationsphase hervorragend unterstützen.
Wie beabsichtigen Sie, Ihre Ziele umzusetzen?
T. Eizenhöfer: Zunächst einmal haben wir ein eigenes Team zusammengestellt, das sich um die Bedürfnisse der Spezialchemie kümmert. Dazu gehören auch Vertreter unserer Schwesterfirma Jayhawk in Kansas, USA, die unser Investor Permira jüngst akquiriert hat. Mit den Kollegen dort, die ebenfalls viel Erfahrung mit Spezialchemie-Projekten haben, konnten wir in kurzer Zeit eine gut funktionierende Zusammenarbeit aufbauen. Nebenbei ist der Produktionsstandort in den Staaten auch eine interessante Option für international tätige Kunden.
Anbieter
CABB Group GmbHOtto-Volger-Straße 3c
65843 Sulzbach am Taunus
Deutschland
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