11.11.2015 • Themen

Manfred Fischer/ Merck: Bessere Vernetzung für bessere Kollaboration

Manfred Fischer, Vice President Global Distribution Chemicals, Merck
Manfred Fischer, Vice President Global Distribution Chemicals, Merck

Kennzeichnend für die Entwicklung der Chemielogistik in den vergangenen zehn Jahren waren die zunehmenden regulatorischen Anforderungen. So haben sich die Vorschriften hinsichtlich Dokumentation und Zusammenladung von Gefahrgütern wesentlich verschärft. Bei internationalen Frachten gibt es jedoch für komplexe Chemiefrachten nicht immer geeignete Angebote. So haben einige Carrier komplizierte Chemiefrachten aus ihren Angeboten ausgeschlossen und konzentrieren sich nur noch auf das „Standardgeschäft“.

Zum anderen haben sich die Anforderungen bei den Chemiekunden deutlich erhöht. Mehr und mehr Kunden verlangen die Avisierung der Fracht und die „on-time“- Anlieferung in engen Zeitfenstern. Begleitet werden muss dies mit aktiven Tracking & Tracing-Lösungen, die den Kunden aktiv informieren, wenn es zu Verspätungen kommt. Dies erfordert eine viel engere Zusammenarbeit zwischen Verlader, Dienstleister und Kunden. Die Zusammenarbeit zwischen Verladern und Dienstleistern ist deshalb heute intensiver und strategischer als noch vor zehn Jahren.

Die zeitgenaue Anlieferung stellt Verlader und Dienstleister vor große Herausforderungen, weil Verkehrsstaus -insbesondere ausgelöst durch eine nicht bedarfsgerecht ausgebaute Infrastruktur - eine zeitgenaue Anlieferung zunehmend schwieriger machen. Der Ausbau der Fernstraßen und des Schienennetz muss daher dringend beschleunigt werden.  

Die beschriebenen Entwicklungen werden sich natürlich auch in der Zukunft fortsetzen und verschärfen, allerdings wird uns der technologische Fortschritt auch mehr Möglichkeiten geben, den Anforderungen zu begegnen. Industrie 4.0 wird auch in die Logistik Einzug halten. Dies macht in Zukunft führerlose LKW-Transporte möglich, die letztlich die Infrastruktur besser auslasten kann. Auch die Echtzeitverfolgung der Transporte und eine bessere Vernetzung zwischen Verladern, Spediteur und Kunden verbessert die Kollaboration und wird am Ende dazu beitragen, die Kundenzufriedenheit zu verbessern. 

 

 

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