Autoren: Carsten Suntrop, Linus Armbrust, CMC²; und Babak Zeini, Futurest
Die strategische Klarheit zur künstlichen Intelligenz für den Site Service Provider zu erarbeiten, ist bei der vermeintlichen Reichweite dieser technologischen Erneuerung aus Perspektive des Strategieberaters schier selbstverständlich. Der Dienstleister wird seine Prozesse radikal verbessern und sein Service-Portfolio und damit auch Geschäftsmodell innovativ entwickeln können. Für Site-Service-Kunden ein differenzierendes Auswahlkriterium.
Allerdings ist künstliche Intelligenz auch Bestandteil des Geschäftsmodells der Strategieberatung, die Standortbetreiber bei der Nutzung neuer Technologien zu unterstützen – also besteht auch ein gewisser Eigennutzen, die KI-Einführung beim Site Service Provider in der chemischen Industrie voranzutreiben. Daher werden hier nicht nur die unfassbaren Möglichkeiten der KI betrachtet, sondern auch reale Entwicklungshemmnisse aufgezeigt.
Strategisch ist die Nutzung von KI für Industrieparkbetreiber so verpflichtend wie die damalige Nutzung des Telefons oder der Aufbau eigener Strom- und Dampfversorgungen für den Standort, unabwendbar für die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Es bedarf jedoch zuerst einer Entmystifizierung der Technologie, um diese Wettbewerbsfähigkeit mittelfristig zu erhöhen. Die folgenden drei Thesen schaffen dafür das notwendige, ehrliche Fundament aus Anwendersicht.
These 1: Zunächst ist es notwendig, aus Anwendersicht KI zu verstehen. Es gibt nicht DIE künstliche Intelligenz, das würde eine Personifizierung der KI implizieren. Dies erzeugt die Gedanken der ungesteuerten Verselbständigung einer Technologie, welche die humanoide Welt in ein Ungleichgewicht zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz führen würde.
Es gibt hoch intelligente, vernetzte, effiziente KI, aber keine personifizierte KI, welche sich ohne Zutun der menschlichen Intelligenz im menschlichen Leben zurechtfindet. KI ist ein jetzt schon sehr perfektes technologisches Werkzeug, welches der menschlichen Intelligenz hilft, Aufgaben effektiver und effizienter zu erfüllen. Werkzeuge können dabei auch falsch und zum Schaden von Dritten genutzt werden – das hängt vom Nutzer des Werkzeugs ab.
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