19.01.2016 • Themen

Dr. Nicola Spiggelkötter, Knowledge & Support / Integrität der Lieferketten sichern

Dr. Nicola Spiggelkötter, Knowledge & Support
Dr. Nicola Spiggelkötter, Knowledge & Support

Retroperspektive: Vor genau zehn Jahren erfolgten wegweisende Überarbeitungen der WHO Good Distribution Practice und der AMBO (Arzneimittelverordnung Österreich). Beide Guidance Dokumente ebneten den Weg für die EU GDP Guideline 2013. Ein deutlicher Qualitätsschub fand Eingang in die Distribution von Arzneimitteln. Bis 2013 formulierten pharmazeutische Versender ihre eigenen Anforderungen und Standards für ihre eingesetzten Logistikdienstleister. Diese Anforderungen waren sehr, sehr unterschiedlich. Durch den hohen Bekanntheitsgrad der EU GDP Guideline weit über das pharmazeutische Umfeld hinaus, setzte fast ein Hype ein: Logistikdienstleister sahen in der Abwicklung von pharmazeutischen Aufträgen ihr Heil. Erst langsam wuchs bei den Beteiligten die Erkenntnis, dass „Pharma machen“ verbunden ist mit langfristigen Prozessänderungen und –investitionen, die getätigt werden müssen, weit bevor der erste Pharmaauftrag in den Auftragsbüchern steht.

Perspektive: Die Feindistribution in Präsenzapotheken steht im Umbruch. Ob die Belieferungsfrequenz mit bis zu fünf Auslieferungen künftig noch gängige Praxis bleibt, ist fraglich (ökonomische und ökologische Gründe). Der Anteil der temperaturkontrollierten Transporte wird weiter ansteigen – sensiblere Produkte und kritisches Bewusstsein der Empfänger. Die Sicherung der Integrität der Lieferketten wird uns nachhaltig beschäftigen und Auswirkungen auf Prozesse und die eingesetzten Betriebsmittel haben.

Wunschlist: Eine Verringerung der Auditbelastung steht weit oben auf der Wunschliste von pharmazeutischen Unternehmen und Logistikdienstleistern. Eine Standardisierung des nicht akkreditieren GDP Zertifizierungsprozesses ist hier ein probates Mittel der Wahl. Dies streben Knowledge & Support und DQS mit ihrem gemeinsamen Produkt „GDP Professional“ an.

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