„Daten & KI sichern die Zukunft bei Merck“
Die Prozessindustrie steht an einem strategischen Kipppunkt: Globale Lieferketten werden volatiler, die Regulatorik verschärft sich und Nachhaltigkeitsziele werden zum geschäftskritischen Faktor. Gleichzeitig explodiert die Menge an Prozess , Labor und Marktdaten. Wer diese Ressource beherrscht, kann Innovation beschleunigen, Kosten senken und Risiken minimieren. Bei Merck werden Daten und künstliche Intelligenz daher nicht als IT Projekt, sondern als unternehmensweite Wertschöpfungsdisziplin gesehen. Im Rahmen der CHEManager-Serie über Digitalisierungsstrategien bekannter Chemie- und Pharmaunternehmen erläutert Walid Mehanna, Chief Data & AI Officer bei Merck, im Gespräch mit Stefan Gürtzgen welche Rolle Governance, verantwortungsvolle Innovation und ein menschenzentriertes Transformationsmodell spielen, um Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltiges Wachstum gleichermaßen zu sichern.
Interview mit Walid Mehanna, Chief Data & AI Officer bei Merck
Digitalisierung als Innovations- und Produktivitätsmotor für Life Sciences, Pharma und Chemie

CHEManager: Herr Mehanna, welche Bedeutung haben Daten und künstliche Intelligenz für die zukünftige Ausrichtung und die Wettbewerbsfähigkeit Ihres Unternehmens?
Walid Mehanna: Daten und KI werden mehr und mehr integraler Bestandteil des Nervensystems unseres Unternehmens. Präzise, vertrauenswürdige Daten schaffen Transparenz über gesamte Wertschöpfungsketten, von der frühen Forschung über die kommerzielle Produktion bis zum Kundenservice. KI ermöglicht es, aus diesen Daten komplexe Zusammenhänge zu erkennen, Szenarien in Stunden statt Wochen zu simulieren und Entscheidungen faktengestützt zu beschleunigen. Damit reduziert sich zum Beispiel die Zeit bis zur Markteinführung neuer Wirkstoffe. Gleichzeitig steigern wir Ausbeuten, senken Energieverbräuche und erfüllen regulatorische Anforderungen schneller. Kurz: Daten und KI verlagern den Wettbewerb von Scale-up-Kapazitäten hin zu Erkenntnisgeschwindigkeit.
„Generative KI schafft Freiräume für wertschöpfende Tätigkeiten.“
Was meinen Sie damit?
Walid Mehanna: Wer schneller lernt, gewinnt. Der breite Einsatz von Daten und KI eröffnet zudem neue Erlösmodelle, etwa datenbasierte Services wie Athinia, die unseren Kunden tiefe Einblicke in Prozess und Qualitätsdaten bieten und so zu echten Partnerschaften entlang des Produktlebenszyklus führen.
In welchen Geschäftsbereichen oder Prozessen sehen Sie die größten Potenziale?
Weiterlesen mit kostenfreier Registrierung
Registrieren Sie sich jetzt kostenfrei und Sie erhalten vollen Zugriff auf alle exklusiven Beiträge. Mit unserem Newsletter senden wir Ihnen Top-Meldungen aus der Chemie-, Pharmaindustrie. Außerdem erhalten Sie regelmässig Zugriff auf die aktuellen E-Paper und PDFs von CHEManager.
Meist gelesen

Pioniere aus Tradition
Interview mit Peter Friesenhahn, CEO von Haltermann Carless, über die Ziele des Transformationsprogramms RACE und seine Pläne für das Unternehmen.

Vorsprung durch Forschung
Wacker baut seine Forschungsaktivitäten aus. Der Münchner Chemiekonzern hat einen zweistelligen Millionenbetrag in ein neues Biotechnology Center in der bayerischen Landeshauptstadt investiert.

Chemiekonjunktur – China auf der Überholspur
Im Jahr 2024 stieg der Anteil Chinas an den globalen Chemieinvestitionen auf rund 45 %. Doch die goldenen Jahre des chinesischen Wirtschaftswunders sind vorbei.

Verluste, die keiner sieht
In CCUS-Projekten der chemischen Industrie wird die präzise CO₂-Messung zur Schlüsseltechnologie - Coriolis-Systeme spielen dabei eine zentrale Rolle.

Continuous Manufacturing ganzheitlich bewerten
Die Investitionsentscheidung für eine kontinuierliche Produktion bedarf einer belastbaren Wirtschaftlichkeitsrechnung entlang des gesamten Prozesses.





