Das exportgetriebene Wachstumsmodell Deutschlands stößt zunehmend an seine Grenzen. Die Industrieproduktion ist seit 2021 um 7,5 % gesunken. Die energieintensive Chemie drosselte ihre Produktion gar um mehr als 21 %.
Henrik Meincke, VCI
Die deutsche Wirtschaft ist seit 2021 drei exogenen Schocks ausgesetzt: Dem Energiepreis-Schock als Folge des Ukraine-Kriegs, dem China-Schock als Folge der hohen Wettbewerbsfähigkeit der chinesischen Wirtschaft und dem Trump-Schock, der mit Protektionismus und Handelskonflikten versucht, „Amerika wieder groß zu machen“. Für Deutschland, das zudem unter den Folgen einer nach wie vor hohen Einwanderung, einer alternden und schrumpfenden Bevölkerung sowie einer maroden Infrastruktur leidet, hat sich ein perfekter Sturm entwickelt, zumal auch die Lasten der Wiederbewaffnung getragen werden müssen.

In diesem herausfordernden Umfeld hat sich die deutsche Wirtschaft bislang nicht als resilient erwiesen. Das exportgetriebene Wachstumsmodell stößt zunehmend an seine Grenzen. Die Industrieproduktion ist seit 2021 um 7,5 % gesunken. Die energieintensive Chemie drosselte ihre Produktion sogar um mehr als 21 %. Am Bau beläuft sich das Minus, vor allem aufgrund explodierender Kosten, bereits auf über 9 %. (Grafik 1).
Der Chemie fehlen die Aufträge
Die anhaltende Industrierezession in Deutschland beschert den Unternehmen leere Auftragsbücher im Inlandsgeschäft. Weil viele Kunden ihre Produktion drosselten, benötigten sie weniger Vorleistungen aus der Chemie. Zudem griffen viele Industrieunternehmen verstärkt auf günstigere Importe aus dem Ausland zurück. Denn in Deutschland produzierte Chemikalien sind aufgrund der hohen Produktionskosten deutlich teurer geworden.
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