Chemiekonjunktur – EU-Chemie zwischen Strukturkrise und geopolitischem Schock
Die europäische Chemieindustrie bleibt in schwierigem Fahrwasser. Auftragsmangel, Überkapazitäten und hoher Wettbewerbsdruck belasten die Branche seit Jahren.
Henrik Meincke, VCI

Hinzu kommen die Folgen des Iran-Kriegs mit steigenden Energie- und Rohstoffkosten. Von einer nachhaltigen Erholung kann keine Rede sein. Die Branche steht weiterhin vor konjunkturellen, strukturellen und geopolitischen Herausforderungen.
Die europäische Wirtschaft hat sich im ersten Halbjahr 2026 zwar widerstandsfähig gezeigt, doch ihr Schwung ließ nach. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verlangsamte sich auf rund 1 %, nachdem die Wirtschaft 2025 noch um 1,5 % gewachsen war. Der Nahostkonflikt, höhere Energiepreise und eine schwächere Weltkonjunktur bremsten die Entwicklung.
Eine wichtige Stütze blieb der private Konsum. Bei den Unternehmen hielt sich die Investitionsbereitschaft dagegen in Grenzen. Hohe Unsicherheit, niedrige Kapazitätsauslastungen und schwierige Finanzierungsbedingungen dämpften die Investitionsneigung. Öffentliche Investitionen in Infrastruktur, Verteidigung, Energieversorgung und Digitalisierung gewannen dagegen an Bedeutung. Vom Außenhandel kamen kaum Wachstumsimpulse. Die Exporte litten unter der schwachen globalen Industriekonjunktur, geopolitischen Spannungen und zunehmenden Handelshemmnissen.
Erholung der Industrie verzögert sich
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