VFA-Prognose: Warum Pharma jetzt unter Druck gerät
Konjunkturell bleibt Deutschland 2026 trotz hoher Staatsimpulse im Grunde in der Warteschleife. In unserer Frühjahrsprognose liegt das Wachstum bei +0,7%. Unter ungünstigen Umständen kann der Energiepreisschock im Zuge des Iran-Krieges das ohnehin schwache Wachstum erneut Richtung Rezession drücken.

Für die Pharmaindustrie ist die Lage besonders heikel, weil zur konjunkturellen Schwäche jetzt zwei zusätzliche Belastungsquellen kommen. Das ist einerseits die US-Handelspolitik mit Importzöllen als Druckmittel, um Investitionen und Wertschöpfung in die USA zu ziehen, und andererseits die nationale Gesetzgebung. Das vom Kabinett beschlossene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wird die Branche in Deutschland spürbar belasten - und den bislang positiven Trend ausbremsen.
Gerade das ist der Punkt: Ohne diese zusätzlichen Belastungen hätte sich die Branche in einem ohnehin schwierigen Umfeld vergleichsweise robust halten können. Unter unveränderten Rahmenbedingungen würden wir für 2026 ein Umsatzminus von 1,0%, eine Produktion von -0,7% und einen moderaten Beschäftigungsaufbau auf 130.100 erwarten. Für 2027 wären deutliche Zuwächse angelegt gewesen - diese Perspektiven haben sich nun massiv verschlechtert.
Das liegt unter anderem an den Auswirkungen der Preisreferenzierung, die künftig auch durch die USA vorgenommen wird. Das heißt: Andere Länder knüpfen ihre Medikamentenpreise an die deutsche Bewertung - mittlerweile gilt das für gut 30 Länder, künftig auch die USA. Das heißt: Jeder Euro Rabatt in Deutschland senkt den Wert unserer Pharma-Exporte. Bis in das Jahr 2030 könnten allein auf dem US-Markt gut 12 Mrd. EUR weniger verdient werden - mit einer Eins-zu-eins-Rückwirkung auf das deutsche Bruttoinlandsprodukt. Dies wirkt durch auf die Investitionen und Jobs: Diese werden künftig dort wachsen, wo Rahmenbedingungen günstiger sind.
Insgesamt bleiben die Aussichten trüb. Ein deutlicher Aufschwung ist weiterhin nicht in Sicht - und die Schlüsselbranche Pharma bringt die GKV-Reform zusätzlich unter Druck.











