Während zu Beginn der 1990er Jahre noch über 70 % der Weltchemieproduktion in den G7-Industrieländern stattfand, entfallen heute bereits über 50 % auf die BRICS-Länder.
Im Jahr 2024 stieg der Anteil Chinas an den globalen Chemieinvestitionen auf rund 45 %. Doch die goldenen Jahre des chinesischen Wirtschaftswunders sind vorbei.
65 Mrd. EUR erwirtschaften deutsche Chemie- und Pharmaunternehmen im vergangenen Jahr in den USA und die Branche baut ihre Investitionen vor Ort stetig aus – doch die aktuelle konjunkturelle Entwicklung ist ungewiss.
Erstmals seit sechs Quartalen verbuchte die Chemieproduktion in Deutschland ein leichtes Plus von 0,1 % gegenüber dem Vorquartal. Im Vergleich zum Vorjahr lag die Produktion um 6,1 % niedriger. Die Kapazitätsauslastung der Branche sank erneut und lag zuletzt bei lediglich 75,7 %.
Die Null-Covid-Strategie der Regierung zwang auch die Chemieindustrie Chinas, ihre Produktion kräftig zu drosseln. Im April 2022 sank die Produktion um 4,7 % im Vergleich zum Vormonat.
Die Chemieindustrie hoffte auf weitere Erholung und ruhigere Fahrwasser im Jahr 2022. Diese Hoffnung wurde durch den Einmarsch Russlands in die Ukraine zerstört.
Die Voraussetzungen für ein dynamisches Industriwachstum in Afrika sind gut, doch viele Länder leiden immer wieder unter Korruption, politischer Instabilität und Naturkatastrophen.
Die Wirtschaftsleistung der EU ging im 4. Quartal 2020 leicht zurück. Doch der Rückschlag betraf nahezu ausschließlich den Dienstleistungssektor, die Industrie setzte ihren Erholungsprozess fort.
Die Chemieindustrie in der EU musste ihre Produktion aufgrund der Covid-19-Pandemie kräftig drosseln. Das Vorkrisenniveau könnte erst im Jahr 2022 wieder erreicht werden.
Trotz aller Unsicherheiten bleiben die Vereinigten Staaten ein wichtiger Markt für die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie. Knapp 15 % der Branchenexporte gehen derzeit in die USA.
Die europäische Chemieindustrie bleibt in schwierigem Fahrwasser. Auftragsmangel, Überkapazitäten und hoher Wettbewerbsdruck belasten die Branche seit Jahren.