Werthebel in der Chemie
Kai Pflug, Management Consulting – Chemicals, und Wolfgang Falter, ELCH Consulting
BASF, Bayer und Hoechst legten in Deutschland vor mehr als 160 Jahren mit der Produktion von Arzneimitteln, Mineraldüngern und Farben den Grundstein für die weltweit erfolgreiche industrielle Chemie. Der Stoff-, Energie-, Logistik- und Know-how-Verbund entlang der physischen Prozess- und Lieferketten vom Rohstoff bis zum Arzneimittel war ein wesentlicher Erfolgsfaktor, dem rasch nationale, integrierte Chemiefirmen in Belgien, Großbritannien, der Schweiz und den USA folgten. Dieses Geschäftsmodell war etwa 130 Jahre erfolgreich.
Ab 1990 kam das integrierte Geschäftsmodell in der westlichen Welt aber unter den Druck der sich internationalisierenden Kapitalmärkte. Investoren fingen an, die einzelnen Geschäfte und Geschäftsmodelle zu unterscheiden und entsprechend unterschiedlich zu bewerten. Warum sollte ein patentgeschütztes Arzneimittel nicht zwei oder dreimal höher bewertet werden als ein Kunststoff? Mit der ersten Abspaltung der Lebenswissenschaften (Life Sciences) von der Chemie entstand die erste Matroschka.
Konsolidierung und Skalierung statt kapitalmarktorientierte Zerteilung
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