Technische Isolierung als Schlüssel zur industriellen Energieeffizienz

Die Europäische Prozessindustrie steht unter massivem Transformationsdruck. Steigende Energiekosten und ambitionierte Klimaschutzziele zwingen Anlagenbetreiber zum Handeln. Während über umfangreiche Investitionen in neue Technologien debattiert wird, bleibt einer der effektivsten Hebel zur Steigerung der Energieeffizienz häufig unbeachtet: die technische Isolierung von bestehenden Anlagen, also das gezielte Dämmen betriebstechnischer Anlagen in der Industrie und der direkte Schutz von Komponenten wie Rohrleitungen, Kesseln, Tanks, Lüftungskanälen und Armaturen.
Aktuelle Daten der European Industrial Insulation Foundation (EiiF) verdeutlichen die Dimensionen auf europäischer Ebene: Durch eine konsequente energetische Optimierung der Industriedämmung in der EU ließen sich jährlich rund 14 Mio. t Rohöläquivalent (Mtoe) Energie einsparen, so die EiiF-Studie „The insulation contribution to decarbonize industry” (2021). Dies würde den Ausstoß von Treibhausgasen um 40 Mio. t CO2 reduzieren – eine Menge, die dem jährlichen Energieverbrauch von 10 Millionen Haushalten oder den Emissionen von 20 Millionen Pkw entspricht.
Wärmebrücken schließen, Potenziale heben
Trotz dieser enormen Hebelwirkung zeigen Untersuchungen, dass der Anteil unzureichend gedämmter oder beschädigter Anlagenkomponenten in der Praxis oft zwischen 2 und 10 % liegt. Die Ursachen liegen meist im Detail: unisolierte Ventile, Flansche und Rohrleitungen oder beschädigte Dämmungen.
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