Start-up aus Bonn entwickelt Vermittlungsplattform für Restmengen überschüssiger Chemikalien

ChemShare verwandelt Restmengen von Chemikalien in neue Einnahmequellen. Das Bonner Start-up bietet einen sicheren Handelsweg für überschüssige chemische Produkte von wenigen Milligramm bis zu 500 Kilogramm und hilft Unternehmen so, die kostspielige Entsorgung oder Lagerung zu vermeiden. CHEManager befragte die Gründer Detlef Klomfass und Patrick Singler zu ihrer Motivation und den Plänen und Zielen für ChemShare.
CHEManager: Wann und wie begann die Geschichte von ChemShare, welche Erfahrungen aus Ihren vorherigen Tätigkeiten haben dazu geführt, ChemShare zu gründen?
Detlef Klomfass: Patrick und ich sind langjährige Kollegen und jetzt Geschäftspartner. Was uns verbindet: Wir bekommen beide Kopfschmerzen bei ineffizienten Lösungen und Ressourcenverschwendung. Wir haben viele Jahre in der chemischen Prozessindustrie gearbeitet und dabei dasselbe beobachtet: Überschussbestände sind in der Branche alltäglich – Unternehmen bestellen mehr, als sie brauchen, Rezepturen ändern sich, Chargen bleiben liegen. Die zu lagern, kostet. Und am Ende wird entsorgt. Gerade in der aktuellen geopolitischen Lage ist das keine Option mehr, die man einfach hinnimmt. Einen einfachen, sicheren Weg, diese Bestände weiterzugeben und zu monetarisieren, gab es bisher nicht. Diese Lücke schließen wir mit ChemShare.
ChemShare positioniert sich als Vermittlungsplattform – nicht als Händler. Warum braucht der Markt genau diesen Ansatz, und was unterscheidet ChemShare von klassischen Chemikalienhändlern?
Patrick Singler: Klassische Chemiehändler kaufen beim Hersteller und verkaufen an Unternehmen – das ist kein Modell für Restmengen. Wer eine übrig gebliebene Charge loswerden möchte, hat bisher kaum Optionen: lagern, entsorgen oder hoffen, dass intern jemand Bedarf hat. ChemShare schafft hier einen direkten Weg von denen, die zu viel haben, zu denen, die es brauchen – ohne Umweg, dabei oft regional. Sozusagen auf dem kurzen Dienstweg. Wir vermitteln, und die Parteien schließen den Vertrag direkt miteinander.
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