Sicherheit in Gefahr- und Giftstofflagern
Autorin: Serap Mersin, Project Manager, Ecovium

Kleinteilige Chemielager sind hochkomplexe Umgebungen: viele Stoffe in kleinen Gebinden, hohe Artikelvielfalt, häufige Umbuchungen – und strenge Vorgaben, welche Stoffe wie, wo und mit welchen anderen zusammen gelagert werden dürfen. Fehler haben potenziell gravierende Folgen: Von reaktiven Wechselwirkungen über Brand- und Explosionsgefahren bis hin zu Problemen beim Feuerwehreinsatz. Moderne Lagerverwaltungssysteme (WMS – Warehouse Management System) und spezialisierte Gefahrstoff-Software können diese Komplexität beherrschbar machen – vorausgesetzt, sie bilden die technischen Regeln korrekt ab und sind intelligent in die Prozesse eingebettet.
Im kleinteiligen Chemielager treffen Hunderte bis Tausende Gebinde auf engstem Raum zusammen: Säuren, Laugen, Oxidationsmittel, brennbare Flüssigkeiten, toxische Feststoffe. Oft wechseln Bestände und Stellplätze mehrfach pro Woche. Die zentrale Herausforderung lautet: Separation und Begrenzung. Bestimmte Stoffe stehen unter einem Zusammenlagerungsverbot, andere dürfen nur unter Einhaltung bestimmter Mengenlimits oder besonderen Bedingungen nebeneinanderstehen, erfordern also Trennabstände oder gleich separate Lagerabschnitte.Maßgeblich ist dabei in Deutschland insbesondere die Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 510 zur Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern, die u. a. Regeln zur Zusammenlagerung, zu Lagerklassen (LGK), zu Lagerabschnitten und zu Mengenschwellen enthält.
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