12.06.2012 • Themen

Reinraumbaustelle: Baubegleitende Reinraumreinigung

ReinRaumTechnik - Dass ein Reinraum besondere Anforderungen an Personal und Material stellt, ist hinlänglich bekannt. Doch bereits beim Bau eines Reinraums müssen spezifische Vorgaben an Reinheit, Arbeitssicherheit und Abläufe eingehalten werden.

Wenn von der baubegleitenden Reinigung einer Baustelle die Rede ist, bedeutet dies, dass die Reinigungskräfte in der Regel eine „Grobreinigung" durchführen und sich vor allem um die Müllentsorgung kümmern. Soll das Ergebnis einer Baustelle jedoch ein Reinraum sein, müssen von Anfang an andere Maßstäbe gesetzt werden, denn hier gilt: Je reiner der Bau, desto reiner das Endprodukt.

Definition von Bauphasen
Wie jeder andere Bau beginnt auch der Neubau eines Reinraums meist mit „dreckigen" Arbeiten wie Erdaushub, Bau eines Fundaments und Stahlbauarbeiten. Sicherlich macht es keinen Sinn, bereits beim ersten Spatenschlag die Reinheitsbedingungen besonders hoch anzusetzen. Viel wichtiger ist es, den richtigen Zeitpunkt dafür zu wählen. Doch wann ist dieser Zeitpunkt?
Wie bei jedem anderen Bauvorhaben kann man auch beim Bau eines Reinraums unterschiedliche Bauphasen definieren, die beispielsweise als Phase Gelb, Blau und Rot bezeichnet werden und denen man dann gewisse Reinheitsstufen zuordnet.

Einstiegsphase Gelb: Normale Reinheitsbedingungen
Die Phase Gelb steht für die Einstiegsphase, ab hier wird begonnen, unter Reinheitsbedingungen zu arbeiten. In dieser Phase wird das Grundgerüst des Reinraums gebaut, d. h. Decken, Wände, Böden und Lüftung werden installiert. Um hier eine höhere Reinheitsklasse zu erreichen, gelangen Personen und Material in den Reinraum über Schleusen. Durch den Schleusenzugang wird auch gewährleistet, dass nur autorisiertes, eventuell speziell geschultes Personal, den Reinraumbereich betritt.

Phase Blau: Partikel bleiben draußen
In der Phase Blau werden üblicherweise die endständigen Filter installiert. Daher sind die Reinheitsanforderungen dieser Bauphase wesentlich höher: Zu den aus Phase Gelb vorgeschriebenen Überschuhen kommen zusätzlich noch Einweg-Overalls, Haarnetze und Handschuhe dazu. Phase Blau bedeutet auch, dass keine reinraum-
untauglichen Materialien wie Holzpaletten, Kartonagen u. Ä. mehr in den Reinraumbereich eingebracht werden dürfen. Partikelgenerierende Maßnahmen sollten nur noch außerhalb des Reinraumbereichs durchgeführt werden oder müssen wie auch schon in Phase Gelb besonders gut abgeschottet sein.

Phase Rot: Kurz vor dem Betrieb
In der Phase Rot findet üblicherweise das Hook-up statt. Bei einem Reinraumanbau wird in dieser Phase der Zugang meistens über bestehende Räume stattfinden. Handelt es sich jedoch um einen Neubau, gelten in dieser Phase dieselben hohen Anforderungen (Kleidung, Verhalten, etc.) wie im späteren Betrieb.

Betroffene zu Beteiligten machen
Damit alles genau nach Plan läuft, ist es ganz wichtig, alle am Bau beteiligten Gewerke über die Abläufe zu informieren. Am besten sollte schon in den Ausschreibungsunterlagen enthalten sein, dass besondere Verpackungsanforderungen an gelieferte Materialien bestehen oder ab einem gewissen Zeitpunkt nur noch reinraumgerechte Materialien und Werkzeuge verwendet werden dürfen. Dies geschieht in der Praxis leider zu selten. Wenn das Wissen fehlt, haben die Monteure auf der Baustelle wenig Verständnis, wenn sie ihr eigenes Werkzeug nicht verwenden dürfen. Daher ist es wichtig, alle Betroffenen frühzeitig zu Beteiligten zu machen.

Fazit
Die baubegleitende Reinigung eines Reinraums ist ein komplexes System, das hohes Fachwissen erfordert. Das Dorfner Reinraum-Team bringt sein Know-how bei der Erstellung und Umsetzung von Reinraumprotokollen und SOPs (Standard operating procedures) für den GMP-Bereich ein und führt Schulungen und Coachings in diesem Bereich durch. Selbstverständlich ist das Ganze für die Dorfner Gruppe nicht nur graue Theorie, sondern in allen Bauphasen kann das Team die entsprechende Reinraumreinigung und die weiteren Dienstleistungen auch durchführen.  

Innovation Pitch

Die Start-up-Plattform für Chemie und Biowissenschaften
Entdecken Sie die Innovatoren von morgen

Die Start-up-Plattform für Chemie und Biowissenschaften

CHEManager Innovation Pitch unterstützt Innovationen in der Start-up-Szene der Chemie- und Biowissenschaften. Die Plattform ermöglicht es Gründern, Jungunternehmern und Start-ups, ihre Unternehmen der Branche vorzustellen.

Präzise CO₂-Messung

Verluste, die keiner sieht

Verluste, die keiner sieht

In CCUS-Projekten der chemischen Industrie wird die präzise CO₂-Messung zur Schlüsseltechnologie - Coriolis-Systeme spielen dabei eine zentrale Rolle.

Meist gelesen

Photo

Pioniere aus Tradition

Interview mit Peter Friesenhahn, CEO von Haltermann Carless, über die Ziele des Transformationsprogramms RACE und seine Pläne für das Unternehmen.

Photo

Vorsprung durch Forschung

Wacker baut seine Forschungsaktivitäten aus. Der Münchner Chemiekonzern hat einen zweistelligen Millionenbetrag in ein neues Biotechnology Center in der bayerischen Landeshauptstadt investiert.

Photo

Single-Site Excellence

Interview mit Frank Wegener und Jörg Blumhoff, ESIM Chemicals, über die Wettbewerbssituation und ihre künftige Strategie im weltweiten CDMO-Markt.