Platinwirkstoffe „Made in Germany“
Jede vierte Chemotherapie weltweit basiert auf Platin-Wirkstoffen, die von Heraeus Precious Metals stammen.
Autoren: Patrick Manske und Stefan Oehmen, Heraeus Precious Metals

Platinbasierte Wirkstoffe gehören seit Jahrzehnten zu den tragenden Säulen der modernen Onkologie. Weniger bekannt ist, dass rund jede vierte Chemotherapie weltweit Wirkstoffe einsetzt, die aus Hanau in Hessen stammen.
Heraeus Precious Metals produziert dort hochpotente Wirkstoffe (HPAPIs, im Folgenden APIs) zur Behandlung unterschiedlicher Krebsarten. Als Edelmetallspezialist legt das Unternehmen den Fokus vor allem auf die platinhaltigen Wirkstoffe Carboplatin, Cisplatin und Oxaliplatin. Die weißen, gelben oder orangefarbenen Pulver und Kristalle sind Grundlage zahlreicher Arzneimittel, die weltweit im Kampf gegen Krebs eingesetzt werden.
Herausforderungen in der europäischen Gesundheitsversorgung
Laut WHO starben im Jahr 2018 knapp zehn Millionen Menschen an der Erkrankung. Prognosen gehen davon aus, dass die Zahl der Neuerkrankungen bis 2050 allein aufgrund des Bevölkerungswachstums auf rund 35 Millionen steigen wird. Regional zeigt sich ein klarer Zusammenhang: Eine gute Patientenversorgung und wirksame Therapien führen zu niedrigeren Sterberaten. Dies unterstreicht, dass neben Prävention und früher Diagnose die Bedeutung effektiver Behandlungsoptionen weiter zunehmen wird.
„Störungen in den globalen Lieferketten können schnell direkte Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit in Europa haben.“
Platinbasierte Wirkstoffe sind also von hoher Relevanz für die Gesundheitsversorgung. Betrachtet man sie aber kommerziell, so ist wichtig zu wissen, dass es sich bei den oben genannten drei Wirkstoffen um Generika handelt. Das bedeutet, dass sie nicht mehr patentrechtlich geschützt sind, prinzipiell kann sie jeder herstellen und vermarkten. Solche Medikamente unterliegen einem besonders starken Preisdruck, und seit Jahren ist der Generikamarkt geprägt von Produktionsverlagerungen nach Asien. In Europa sind die Standortkosten vielfach höher und die Einsparungsprogramme im Gesundheitswesen begünstigen – zum Teil ganz gezielt – den Bezug billigerer Alternativen aus anderen Regionen im globalisierten Markt.
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