09.09.2026 • Themen

Pharma im Umbruch: Ein Blick auf die Schweiz

Autor: Muenuef Korkmaz, Evans General Contractors

Während die globale Pharmaindustrie ihre Lieferketten neu ordnet, profitieren Schweizer Unternehmen von ihrer technischen Kompetenz, regulatorischen Exzellenz und ihrer langjährigen Reputation als verlässliche Partner.
Während die globale Pharmaindustrie ihre Lieferketten neu ordnet, profitieren Schweizer Unternehmen von ihrer technischen Kompetenz, regulatorischen Exzellenz und ihrer langjährigen Reputation als verlässliche Partner.
© Dece Std - stock.adobe.com

Die globale Pharmaindustrie befindet sich in einer ihrer tiefgreifendsten Umbruchphasen seit Jahrzehnten. Während in der Vergangenheit Effizienz und Kostenoptimierung die wichtigsten Treiber für Standortentscheidungen waren, rücken heute Versorgungssicherheit, geopolitische Resilienz und strategische Unabhängigkeit immer stärker in den Mittelpunkt.

Spätestens seit den Erfahrungen der Pandemie, den zunehmenden geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China sowie den wiederkehrenden Lieferengpässen bei kritischen Arzneimitteln hat ein Umdenken eingesetzt. Regierungen betrachten pharmazeutische Produktionskapazitäten zunehmend als kritische Infrastruktur – vergleichbar mit Energieversorgung, Verteidigung oder der Halbleiterindustrie.
Vor diesem Hintergrund lohnt sich ein genauer Blick auf die Schweiz. Kaum ein anderes Land profitiert derzeit so stark von der Neuordnung globaler Lieferketten in der Pharma- und Biotechindustrie.

Von der Kostenoptimierungzur Versorgungssicherheit

Über viele Jahre hinweg wurden pharmazeutische Lieferketten vor allem nach wirtschaftlichen Kriterien gestaltet. Die Produktion von Wirkstoffen und Zwischenprodukten verlagerte sich zunehmend nach Asien. Niedrigere Produktionskosten standen dabei häufig über Fragen der Versorgungssicherheit. Heute stellen sich Unternehmen jedoch andere Fragen:

  • Wie abhängig sind wir von einzelnen Regionen?
  • Wie robust sind unsere Lieferketten?
  • Wie schnell können wir auf geopolitische Veränderungen reagieren?
  • Wie sichern wir langfristig den Zugang zu kritischen Wirkstoffen und Produktionskapazitäten?

Die Antworten auf diese Fragen beeinflussen mittlerweile Investi­tionsentscheidungen in Milliardenhöhe.

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