28.01.2026 • Themen

PFAS: Was ewig hält, muss nicht ewig schaden

PFAS, die „ewig halten“ und hohe Sicherheitsstandards liefern, stehen unter kritischer Beobachtung. Wie kann der Spagat zwischen Funktionalität und Verantwortung gelingen?

Autorin: Simone Wilson, IDT Industrie- und Dichtungstechnik

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Simone Wilson (Mitte), CEO von IDT Industrie- und Dichtungstechnik und Moderatorin eines Podcasts, der neue Perspektiven für Industrie und Dichtungstechnik liefert, mit ihren Gesprächspartnern Achim Ilzhöfer, Global Circular Economy Manager von Covestro (links), und Marc Langela, Leiter der zentralen Technik von Stasskol (rechts).
© Philipp Behrendt, Alte Waschfabrik

Ohne Dichtungen aus Polytetrafluorethylen (PTFE) wären Wasserstofftankstellen undicht. Windkraftanlagen würden in kürzester Zeit korrodieren und viele Industriebetriebe stillstehen, wenn Hochleistungswerkstoffe wie Fluorpolymere verboten würden. Doch die Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS), die „ewig halten“ und hohe Sicherheitsstandards liefern, stehen nicht zuletzt durch das laufende PFAS-Beschränkungsverfahren der EU unter kritischer Beobachtung. Wie also gelingt der Spagat zwischen Funktionalität und Verantwortung? Und wie kann Kreislaufwirtschaft auch bei langlebigen technischen Schlüsselmaterialien Wirklichkeit werden?

„Die Lebenszyklusanalyse ist die Basis – aber sie allein macht noch keine Kreislaufwirtschaft“, sagt Achim Ilzhöfer, Global Circular Economy Manager bei Covestro. Die ISO-14000-Normen definieren den Lebenszyklus eines Werkstoffs von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung. Doch Kreislaufwirtschaft gehe weiter: „Wir müssen Produkte so designen, dass Reparatur, Wiederverwendung und Recycling von Anfang an mitgedacht werden.“
Viele Produkte würden bislang für eine lineare Ökonomie konstruiert, hergestellt, genutzt – und am Ende einfach weggeworfen. „Unsere Eltern haben Fernseher noch reparieren lassen. Heute wird ersetzt statt instandgesetzt. Das müssen wir wieder umkehren“, so Ilzhöfer. Design for Circularity – also die Gestaltung von Produkten mit Blick auf den gesamten Lebensweg – sei „die hohe Kunst nachhaltiger Industrieproduktion“.

Recycling als Praxisbeweis

Wie Zirkularität konkret aussehen kann, zeigt Stasskol. Das Unternehmen ist auf Dichtungslösungen aus Kunststoff für dynamische Anwendungen in rotierenden und oszillierenden Systemen spezialisiert und arbeitet seit 2015 an einem Verfahren, PTFE-Abfälle aus der eigenen Produktion wiederzuverwenden. „Bei der Herstellung unserer Dichtelemente fallen rund 30 %  PTFE-Späne an“, erklärt Marc Langela, Leiter der zentralen Technik bei Stasskol. „Wir wollten wissen: Müssen diese wirklich als Abfall gelten?“

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