09.09.2026 • Themen

Neue Therapie gegen Bienenparasiten

Das Start-up Varolis aus München entwickelt einen systemischen Ansatz zur Bekämpfung des globalen Honigbienenparasiten Varroa destructor.

Interview mit Stefan Hannus, Varolis

Stefan Hannus, CEO, Varolis
Stefan Hannus, CEO, Varolis
© privat

Honigbienen gehören zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Nutztieren weltweit, sie tragen wesentlich zur Bestäubung von rund drei Vierteln der wichtigsten Kulturpflanzen bei. Der weltweite ökonomische Beitrag der Bestäubung wird auf mehrere hundert Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Gleichzeitig steht die moderne Imkerei unter massivem Druck: Der Parasit Varroa destructor gilt heute als größte globale Bedrohung für Honigbienenvölker. ­Bestehende Behandlungsmethoden stoßen zunehmend an biologische, regulatorische und praktische Grenzen. Das Start-up Varolis aus Martinsried hat einen neuen systemischen Therapieansatz auf Basis von Lithium entwickelt. Mitgründer und CEO Stefan Hannus erläutert die Technologie, die regulatorische Entwicklung und die Ziele des Unternehmens.

CHEManager: Herr Hannus, welche Probleme adressiert Varolis?

Stefan Hannus: Die moderne Imkerei steht global vor einer zentralen Herausforderung: Ohne wirksame Kontrolle des Bienenparasiten Varroa destructor ist stabile Bienenhaltung langfristig kaum mehr möglich. Die Milbe schädigt adulte Bienen und die Brut und überträgt zusätzlich verschiedene Viren innerhalb der Völker. Sie ist die wichtigste Einzelursache für weltweite Völkerverluste im Winter zwischen 10 und 30 %. Betroffen sind weltweit mehr als 100 Millionen bewirtschaftete Bienenvölker. Gleichzeitig stoßen bestehende Behandlungsmethoden immer häufiger an ihre Grenzen. So hängen Behandlungen mit organischen Säuren stark von Temperatur, Jahreszeit und Brutstatus ab und erfordern häufig mehrere Anwendungen pro Saison. Synthetische Akarizide wiederum zeigen zunehmend Resistenzprobleme und Rückstände reichern sich im Wachs an.

Was kann Ihre Lithium-Therapie, was bestehende Verfahren nicht leisten können?

Dieser Beitrag ist in CHEManager 7/2026 erschienen.

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