Kunststoffindustrie 2040: Kreislaufwirtschaft als Chance für den Industriestandort Deutschland
Interview mit Manfred Renner, Fraunhofer-Umsicht

Die Kunststoffindustrie steht vor einem grundlegenden Wandel. Fossile Rohstoffe sollen ersetzt, Stoffkreisläufe geschlossen und neue Verfahren skaliert werden. Gleichzeitig belasten hohe Energiepreise und internationale Konkurrenz den Standort Deutschland. Manfred Renner, Leiter des Fraunhofer Clusters of Excellence Circular Plastics Economy CCPE und Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik Umsicht, sieht die technologischen Voraussetzungen als gegeben. Entscheidend sei, schneller von der Entwicklung in die Anwendung zu kommen, erläutert der Experte im CHEManager-Interview mit Blick auf die Entwicklung der Branche bis 2040.
CHEManager: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Rohstoffversorgung und die internationale Wettbewerbsposition der Kunststoffbranche sind heute unsicherer denn je. Kann die Kunststoffindustrie im Jahr 2040 noch eine signifikante Rolle für den Hightech-Standort Deutschland spielen?
Manfred Renner: Ja! Kunststoffe werden auch 2040 eine zentrale Rolle spielen – in Mobilität, Energie, Medizintechnik, Elektronik und Bau. Entscheidend ist, wie wir sie künftig herstellen, nutzen und wieder in Wertschöpfung überführen. Die lineare Logik „herstellen, nutzen, entsorgen“ müssen wir überwinden. Kreislaufwirtschaft kann Ressourcen sichern, Abhängigkeiten verringern und neue Wertschöpfung schaffen.
Was entscheidet darüber, ob aus technologischer Kompetenz auch künftig industrielle Wertschöpfung entsteht?
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