Interdisziplinäres Zusammenwirken in der Life-Sciences-Forschung
Das Wissen mehrt sich, die Fachkenntnisse werden immer spezieller und gleichzeitig erfordert Innovation einen Blick über die Ränder der einzelnen Disziplinen hinweg auf das große Ganze.
Marion Biber, Head of Invest in Austria, Austrian Business Agency, Wien

Das Wissen mehrt sich, die Fachkenntnisse werden immer spezieller und gleichzeitig erfordert Innovation einen Blick über die Ränder der einzelnen Disziplinen hinweg auf das große Ganze. Ohne fachübergreifende Teamarbeit schon in der Grundlagenforschung sind Fortschritte kaum noch zu erzielen. Damit die Entdeckungen umgesetzt werden und praktische Anwendung finden können, wird zusätzlich die Vernetzung der Forschung mit Industrie und Dienstleistern benötigt. Österreich sieht in dem Wissenstransfer innerhalb der Wissenschaft und von der Wissenschaft zur Wirtschaft seine Stärke. Das Land unterstützt die Kooperation zwischen seinen international renommierten Forschungseinrichtungen, der medizinischen Praxis und den forschenden Unternehmen.
Zwei Standorte in Wien stehen beispielhaft für die Verwirklichung der Zusammenarbeit auch in räumlicher Hinsicht. Auf dem Campusgelände der Medizinischen Universität Wien (MedUni Wien) des Allgemeinen Krankenhauses (AKH) findet sich eine Reihe von weltweit anerkannten Forschungsinstituten. In jüngerer Zeit sind einige Neugründungen hinzugekommen. Am Vienna BioCenter – einem der größten Standorte für Biowissenschaften in Europa – vereinen sich Forschung, Lehre und Wirtschaft u. a. in Form von rund 40 Biotechunternehmen, sechs akademischen Forschungsinstituten und über 2.800 Mitarbeitenden aus mehr als 80 Ländern.
Forschung im Umfeld von Heil- und Lehranstalt
Auf dem Campusgelände der MedUni Wien befindet sich auch das Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (CeMM). Ein internationales Team von Wissenschaftlerinnen und Ärzten betreibt hier Grundlagenforschung in den Biowissenschaften. Das Ziel sind Technologien zur Erkundung der menschlichen Biologie auf molekularer Ebene. Die Nähe zum AKH, einem der größten europäischen Krankenhäuser ist für diese die Biologie und Medizin umspannenden Aufgabe natürlich von Vorteil. Das Eric-Kandel-Institut – Zentrum für Präzisionsmedizin – profitiert ebenfalls vom AKH. Die Präzisionsmedizin basiert auf der Tatsache, dass jeder Mensch über eine einzigartige DNA und Gensequenz verfügt. Darauf aufbauend sollen für jeden einzelnen Patienten maßgeschneiderte Präventions-, Diagnose- und Therapiemethoden gefunden werden. Durch den Einbezug von klinisch tätigen Medizinern können praktische Erfahrungen in die Forschung einfließen und frühzeitig berücksichtigt werden.
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