H.Essers eröffnet neues Containerterminal in Bergen op Zoom
Das Unternehmen stärkt mit dem Terminal den nachhaltigen Logistik-Korridor zwischen Antwerpen und Rotterdam.

Der Logistikdienstleister H.Essers hat das H.Essers Container Terminal in Bergen op Zoom eröffnet. Strategisch günstig am Schelde-Rhein-Kanal gelegen, zwischen dem Hafen von Antwerpen-Brügge und dem Hafen von Rotterdam, wird das Terminal zu einem Konsolidierungsknotenpunkt auf dem Nordsee-Rhein-Mittelmeer-Korridor, einer der wichtigsten Transportachsen Europas. Mit einer Investition von 75 Mio. EUR und einer jährlichen Kapazität von 325.000 TEU (Twenty-foot Equivalent Unit) setzt das Unternehmen weiter auf die Binnenschifffahrt für den europäischen Containertransport. Das neue Terminal ersetzt gleichzeitig auch das bestehende Binnenterminal in Bergen op Zoom.
Eine auf den europäischen Korridor abgestimmte Terminalanlage
Das neue Terminal verfügt über eine 350 m lange Kaianlage, ein 6,5 ha großes Gelände und eine Lagerkapazität für 25.000 Container, einschließlich Einrichtungen für Kühlladungen und Gefahrgut. Darüber hinaus sind 45.000 m² zusätzliche Lagerkapazität vorgesehen, womit H.Essers in Bergen op Zoom insgesamt 210.000 m² Lagerfläche betreibt. Täglich verkehren zwei Binnenschifffahrtsverbindungen vom neuen Terminal in Richtung Rotterdam und Antwerpen. Der Standort beschäftigt direkt 150 Mitarbeitende und sorgt indirekt für weitere 300 Arbeitsplätze.
Die Lage außerhalb des Deiches macht den Unterschied
Was das Terminal auszeichnet, ist seine Lage. Das alte lag innerhalb des Deiches, hinter der Burgemeester-Peters-Schleuse und einer schmalen Fahrrinne, sodass nur kleinere Binnenschiffe den Kai erreichen konnten. Zudem war man von den Arbeitszeiten des Brückenwärters abhängig. Die jetzige Lage außerhalb des Deiches, direkt am Schelde-Rhein-Kanal, macht es rund um die Uhr für größere Schiffe zugänglich.
Das hat direkte Auswirkungen auf die Art und Weise, wie Container durch Europa transportiert werden. Antwerpen-Brügge und Rotterdam legen Minimalkapazitäten für Binnenschiffe fest, die ihre Terminals anlaufen. Schiffe müssen mit einer bestimmten Mindestanzahl an Containern anlegen, um die Kais effizient nutzen zu können, zumal beide Seehäfen derzeit mit zunehmender Überlastung zu kämpfen haben und jeder Anlegevorgang sorgfältig geplant werden muss. Von einem Terminal innerhalb des Deiches aus ist dieses Volumen oft nicht erreichbar, was zur Folge hat, dass Container letztendlich doch auf der Straße zu den Seehäfen transportiert werden müssen. Das außerhalb des Deiches gelegene Terminal löst dieses Problem: Kleinere Binnenschifffahrtsströme werden hier auf größere Schiffe umgeschlagen, die die erforderlichen Anlegegrößen erfüllen. So bleiben die Container durchgehend auf dem Wasser.
Ein weiterer Schritt in Richtung Verkehrsverlagerung
Mit seinem neuen Container Terminal in Bergen op Zoom setzt der Logistikdienstleister seine synchronisierte Strategie fort: Fracht auf die effizienteste Weise zu befördern, indem die verschiedenen Verkehrsträger (Straße, Wasser und Schiene) optimal genutzt werden und dabei zunehmend auf die Binnenschifffahrt gesetzt wird. Die Binnenschifffahrt verbraucht pro Tonnenkilometer deutlich weniger Energie als der Straßenverkehr und entlastet gleichzeitig ein europäisches Straßennetz, das immer häufiger an seine Grenzen stößt.
„Das H.Essers Container Terminal ist mehr als nur ein infrastruktureller Meilenstein“, sagt Gert Bervoets, CEO von H.Essers. „Mit diesem Standort zwischen Antwerpen und Rotterdam, direkt am Nordsee-Rhein-Mittelmeer-Korridor, entscheiden wir uns für ein Logistikmodell, das weniger vom Straßenverkehr abhängig und vollständig in die wichtigsten europäischen Korridore integriert ist. Für unsere Kunden bedeutet dies schnellere und besser planbare Verbindungen zwischen Antwerpen und Rotterdam. Für die Region und für Europa bedeutet dies weniger Verkehr auf den Straßen und einen geringeren CO₂-Fußabdruck pro Container.“
Bewältigung ökologischer Herausforderungen auf mehreren Ebenen
Das Container Terminal wurde unter Berücksichtigung der ökologischen Auswirkungen auf mehreren Ebenen konzipiert. Auf operativer Ebene arbeitet der Standort mit emissionsfreien Portalkränen und 19.000 Solarmodulen. Angedockte Schiffe können während ihres Aufenthalts im Hafen ihre Dieselgeneratoren dank Landstrom abschalten. Langfristig wird der Standort auch als Ladestation für die elektrifizierte Binnenschifffahrt der Zukunft ausgestattet.
Die Lage außerhalb des Deiches sorgt zudem für eine erhebliche Stickstoffreduktion: Da die Schiffe nicht mehr durch die Schleuse und unter der Brücke hindurchfahren müssen, verlaufen Be- und Entladen sowie das Wenden effizienter, was die Emissionen pro umgeschlagenem Container spürbar senkt. Auf dem übergeordneten Straßennetz führt die Verkehrsverlagerung zu einem täglichen Rückgang von etwa 260 Lkw-Fahrten in und um Bergen op Zoom.
Schließlich wurde auch die Einbindung in die Natur sorgfältig berücksichtigt. Das Terminal liegt eingebettet zwischen zwei Natura-2000-Gebieten, was zu einer Naturkompensation von 1,5 ha Schilfgebiet führte, das verlegt und in drei neue Inseln im umliegenden Gewässer umgewandelt wurde.
Strategisches Wachstum für H.Essers
Das neue Terminal ergänzt das bestehende Dienstleistungsangebot von H.Essers in der Region, darunter Zollabfertigung, Lagerung gefährlicher Stoffe und wertschöpfende Tätigkeiten wie das Abfüllen. Damit spielt der Standort eine zentrale Rolle in der niederländischen Wachstumsstrategie des Unternehmens, die nach der Übernahme der Chemieaktivitäten der Meeus-Gruppe beschleunigt wurde.












