07.10.2026 • Themen

Digitalisierung als Schlüssel zur skalierbaren Kreislaufwirtschaft

Autor: Christian Gückel, Siemens

Arcus Greencycling Technologies skaliert seine Technologie in einer ersten Recyclinganlage im Industriepark Höchst in Frankfurt. Das Unternehmen betreibt die industrielle Demonstrationsanlage seit 2023. Die Anlage verarbeitet mechanisch nicht recycelbare Kunststoffabfälle zu Pyrolyseöl und verfügt über eine Kapazität von rund 4.000 t/a.
Arcus Greencycling Technologies skaliert seine Technologie in einer ersten Recyclinganlage im Industriepark Höchst in Frankfurt. Das Unternehmen betreibt die industrielle Demonstrationsanlage seit 2023. Die Anlage verarbeitet mechanisch nicht recycelbare Kunststoffabfälle zu Pyrolyseöl und verfügt über eine Kapazität von rund 4.000 t/a.
© Arcus Greencycling Technologies

Weil die Wirtschaft von einem linearen zu einem zirkulären Modell übergeht, werden fortschrittliche Recyclingverfahren unverzichtbar. Kunststoffrecycling spielt dabei eine Schlüsselrolle: Chemische Verfahren führen Kunststoffabfälle – aber auch Textilien und Gummi – in ihre Ausgangsmoleküle zurück. Damit wird Abfall zu einer wertvollen Ressource, die wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückfließt. Diese Art der Aufbereitung ergänzt mechanische Verfahren wie Sortieren, Schmelzen und Neuverarbeitung für Stoffe, die in dieser Art nicht behandelt werden können. Digitale Lösungen und Automatisierung unterstützen die Entwicklung und Skalierung neuer Verfahren.

Kohlenstoff ist ein essenzielles Element der organischen Chemie mit vielfältigen Anwendungen. In der industriellen Nutzung ist er in zahlreichen Materialien wie bspw. Kunststoffen oder Kohlenstoffelektroden enthalten, in biologischen (organischen) Systemen ist er zentrales Element aller Moleküle. Industrieller Kohlenstoff – z.B. für die Chemie- oder die Polymerindustrie – stammt primär aus fossilen Rohstoffen wie Kohle, Erdöl und Erdgas.

Abfall als Ressource

Kommen die Produkte dieser Branchen an das Ende ihres Lebenszyklus, gelangt der Kohlenstoff über kurz oder lang in die Atmosphäre – sei es, weil sie verbrannt oder biologisch bzw. chemisch zersetzt werden. Um die Anforderungen an Klimaneutralität zu erfüllen und dabei wettbewerbsfähig zu bleiben, muss die chemische Industrie ihre Rohstoffbasis von fossilem auf erneuerbaren Kohlenstoff umstellen. Hierbei kommt der Nutzung von Eingangsstoffen, die durch Recycling von Kunststoffabfällen entstehen (ergänzt durch die Umwandlung biogener Rest- und Abfallstoffe sowie Kohlendioxid (CO2)), eine große Bedeutung zu. Die Vielfalt der Kunststofftypen erfordert jedoch unterschiedliche Verfahren für eine effiziente Rückgewinnung des Kohlenstoffs.

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