09.09.2026 • Themen

Der PFAS-Kreislauf: Wege zur Endpunktsouveränität

Jana Söffken, PFASuiki

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Die PFAS-Kontamination in der Umwelt kann nur durch fundierte Elektrochemie und innovative Verfahrens- und Ingenieurtechnik dauerhaft beseitigt werden.

Unter dem Schlagwort „Ewigkeitschemikalien“ sind per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) aufgrund ihrer extremen Langlebigkeit, Mobilität und potenziellen Toxizität in den Fokus globaler Regulierungsbehörden gerückt. Während die US-Umweltschutzbehörde (EPA) die Trinkwassergrenzwerte drastisch verschärft, zieht Europa mit der Novellierung der Kommunalabwasserrichtlinie (UWWTD) und der aktualisierten EU-REACh-Verordnung der ECHA (European Chemicals Agency) nach. Letztere untersagt bspw. in relevanten Übergangsfristen ab 2026 die Nutzung und Einleitung bestimmter PFAS-haltiger Löschwässer.


Für die chemische Industrie bedeutet dies ein massives finanzielles und operatives Haftungsrisiko. Konventionelle Filtrationsmethoden verlagern das Problem lediglich. Die Industrie muss zwingend den Übergang von der bloßen Symptombekämpfung zur endgültigen Zerstörung der Moleküle vollziehen. Technologische Pioniere werden dabei einen klaren Wettbewerbsvorteil erlangen.

Verfahrenstechnische Herausforderung: Von lipophil zu amphiphil

In der Vergangenheit verhielten sich ubiquitäre Umweltschadstoffe wie PCBs (Polychlorierte Biphenyle) verfahrenstechnisch noch vorhersehbar. Als primär lipophile Verbindungen neigten sie dazu, sich an Sedimente und organisches Material zu binden. Dies führte zu lokalen Belastungsschwerpunkten, die sich eindämmen ließen. Moderne, kurzkettige PFAS stellen die Verfahrenstechnik vor eine entgegengesetzte Herausforderung: Aufgrund ihrer amphiphilen Natur, gekennzeichnet durch einen fluorierten, hydrophoben Alkylrest und eine polare Kopfgruppe, sind sie hochgradig mobil und wasserlöslich. Sie verbleiben nicht isoliert, sondern migrieren rasch durch Grundwasserleiter und reichern sich an Grenzflächen sowie in sensiblen biologischen Pfaden an. Die gängige industrielle Praxis zeigt, dass diese Verbindungen herkömmliche Adsorptionsmedien, wie Standard-Aktivkohle, oft schnell durchbrechen, sobald der materialspezifische Sättigungspunkt erreicht ist.

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