13.08.2026 • Themen

Betriebssystem für die chemische Industrie

Projekt Chem-X fördert unternehmensübergreifenden Datenaustausch für die chemische Wertschöpfungskette

Interview mit Andreas Wollny, Global Digital Expert Data Ecosystems, BASF, und Projektkoordinator Chem-X

Andreas Wollny, Global Digital Expert Data Ecosystems, BASF, und Projektkoordinator Chem-X.
Andreas Wollny, Global Digital Expert Data Ecosystems, BASF, und Projektkoordinator Chem-X.
© BASF

Catena-X ist das erste offene, dezentrale Datenökosystem speziell für die Automobilindustrie. Es ermöglicht Herstellern, Zulieferern und Partnern in der Wertschöpfungskette, sicher und standardisiert Daten auszutauschen. Das Ende 2024 gestartete Projekt Chem-X ist ein auf den Erfahrungen von Catena-X aufbauendes Datenökosystem für die Chemieindustrie. Chem-X soll nicht nur den digitalen Wandel in der chemischen Industrie vorantreiben, sondern auch den Übergang zu datenbasierten Mehrwertdiensten fördern, neue Geschäftsfelder ermöglichen und weitere Digitalisierungsprojekte in der Branche und darüber hinaus anstoßen. CHEManager sprach darüber mit Andreas Wollny, Global Digital Expert Data Ecosystems bei BASF und Projektkoordinator von Chem-X. Die Fragen stellte Michael Reubold.

CHEManager: Was ist das Chem-X-Projekt und wie hängt es mit der Catena-X-Initiative zusammen?

Andreas Wollny: Chem-X ist ein Datenraumprojekt innerhalb der Manufacturing-X-Initiative, gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Dabei geht es um den Aufbau von Datenräumen für verschiedene Industrien. Das erste Projekt war Catena-X, ein Datenraum für die Automobilindustrie – quasi eine Art Betriebssystem für den B2B-Datenaustausch in der Automobilindustrie. Mittlerweile gibt es etliche Projekte, zum Beispiel für die Branchen Fabrikautomatisierung, Luftfahrt oder Halbleiter. Chem-X überträgt die Ansätze von Catena-X auf die chemische Industrie. Das öffentlich geförderte Projekt startete Ende 2024, hat eine Laufzeit von zwei Jahren und endet im November dieses Jahres.

Welches generelle Ziel verfolgt das Chem-X-Projekt?

A. Wollny: Unser Ziel ist es, die in Catena-X und Manufacturing-X entwickelten Grundlagen für die chemische Industrie nutzbar zu machen – und damit den unternehmens- und industrieübergreifenden Datenaustausch entlang der Wertschöpfungskette zu ermöglichen. Die chemische Industrie steht am Beginn vieler Wertschöpfungsketten und ist eine Querschnittsindustrie, die Chemikalien und Materialien für alle anderen Industrien liefert.

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