Wacker steigert Ergebnis im 1. Quartal
Die Wacker Chemie erzielte im 1. Quartal 2026 einen Umsatz von 1,41 Mrd. EUR (Q1 2025: 1,48 Mrd. EUR), der damit 5% unter dem Vorjahreswert lag. Im Vergleich zum Vorquartal stieg der Umsatz dagegen um 12% (Q4 2025: 1,25 Mrd. EUR).

Dabei verzeichneten die Chemiebereiche sowie der Geschäftsbereich Polysilicon Umsatzeinbußen im Jahresvergleich; der Geschäftsbereich Biosolutions konnte die Umsätze im Vergleich zum 1. Quartal 2025 steigern. Grund für den Umsatzrückgang waren vor allem negative Wechselkurseffekte. Im Vergleich zum Vorquartal verzeichneten hingegen alle Geschäftsbereiche eine Umsatzsteigerung.
Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf 173 Mio. EUR (Q1 2025: 119 Mio. EUR). Das ist eine Steigerung um 45% im Vergleich zum Vorjahr. Im Vergleich zum Vorquartal hat sich das Ergebnis mehr als verdoppelt (Q4 2025: 81 Mio. EUR). Für die drei Monate Januar bis März 2026 ergibt sich damit eine EBITDA-Marge von 12,3% (Q1 2025: 8,1%). Im Vorquartal hatte sie bei 6,5% gelegen. Grund für den Ergebnisanstieg im Vergleich zum Vorjahresquartal waren vor allem Kosteneinsparungen, die sich positiv auf das Ergebnis ausgewirkt haben. Daneben haben vorgezogene Kundenbestellungen aufgrund des Konflikts im Nahen Osten, die vor allem im März getätigt wurden, das Ergebnis gestützt. Aufgrund der Entwicklungen in der Region herrscht große Verunsicherung hinsichtlich der Robustheit der globalen Lieferketten. Umsatz und Ergebnis im 1. Quartal liegen damit über den aktuellen Markterwartungen, die sich für den Konzernumsatz im Schnitt auf 1,38 Mrd. EUR und für das EBITDA auf 155 Mio. EUR belaufen (Quelle: Vara Research, 21. April 2026).
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ist aufgrund der oben beschriebenen Effekte im 1. Quartal deutlich höher ausgefallen als im Vorjahr. Es lag bei 52 Mio. EUR (Q1 2025: - 7 Mio. EUR). Das entspricht einer EBIT-Marge von 3,7% (Q1 2025: -0,5%). Das Periodenergebnis des Berichtsquartals beträgt 15 Mio. EUR (Q1 2025: -3 Mio. EUR). Das Ergebnis je Aktie beläuft sich damit auf 0,21 EUR (Q1 2025: -0,16 EUR).
Guter Start ins Geschäftsjahr 2026
„In Anbetracht des weiterhin schwachen Marktumfelds sind wir gut ins Jahr gestartet. Im Vergleich zum schwachen Vorquartal konnten alle Geschäftsbereiche ihren Umsatz erhöhen. Unser Ergebnis konnten wir im Vergleich zum Vorjahr vor allem aufgrund von Kosteneinsparungen und vorgezogenen Kundenbestellungen wegen des Konfliktes im Nahen Osten steigern“, kommentierte Christian Hartel, Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie.
Wacker hat im Oktober 2025 ein Kostensenkungs- und Strukturprogramm gestartet, das mittlerweile erste Resultate zeigt. „Mit unserem Kosten- und Effizienzprogramm PACE stärken wir die Wettbewerbsfähigkeit von Wacker nachhaltig”, so Hartel. Ziel des Programms ist es, über 300 Mio. EUR jährlich einzusparen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden über 1.500 Stellen weltweit wegfallen, der Großteil davon in Deutschland. Derzeit laufen die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern zum Stellenabbau in Deutschland. „Bereits im laufenden Geschäftsjahr werden signifikante Einsparungen aus dem Programm wirksam werden”, kündigte Hartel an. „Mit PACE schaffen wir die wirtschaftliche Basis für unser künftiges Wachstum. Gleichzeitig arbeiten wir an unseren Strukturen und Prozessen und schärfen unser Geschäftsmodell”, so Hartel weiter.
„In unseren Chemiebereichen fokussieren wir uns auf Spezialitäten, im Polysilicium-Geschäft auf den Halbleitermarkt und in unserer Life-Science-Sparte Biosolutions auf innovative Biotech-Anwendungen. Damit schaffen wir die Grundlage für unser künftiges Wachstum.“
Mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf sei bislang keine Trendwende abzusehen, erläuterte Hartel. „Die Nachfrage in vielen unserer Abnehmerbranchen ist weiterhin schwach. Dazu kommen die Effekte aus dem Konflikt im Nahen Osten. Die Verwerfungen auf den Energie- und Rohstoffmärkten haben zu deutlich erhöhten Kosten für Energie, Rohstoffe und Logistik geführt“, so Hartel. Angesichts der weiterhin bestehenden Unsicherheiten und des volatilen Auftragseingangs bleibt die EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr unverändert in der Spanne von 550 bis 700 Mio. EUR. „Beim Umsatz rechnen wir dagegen nun für das Gesamtjahr mit einem Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich. Grund hierfür ist, dass wir gestiegene Rohstoff- und Energiepreise konsequent an unsere Kunden weitergeben.“ Aufgrund der hohen Volatilität in den Märkten sei die Jahresprognose derzeit insgesamt mit großer Unsicherheit behaftet, betonte der Vorstandschef.
Ausblick auf das Gesamtjahr
Das EBITDA wird 2026 unverändert in einer Spanne von 550 bis 700 Mio. EUR erwartet. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr hat Wacker dagegen angepasst. Das Unternehmen rechnet nun mit einem Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich (bisherige Prognose: niedriger einstelliger Prozentbereich). Ursächlich hierfür ist die Weitergabe gestiegener Rohstoff- und Energiepreise an Kunden aufgrund des Konflikts im Nahen Osten. Gleichzeitig geht der Konzern weiterhin davon aus, dass sich Währungseffekte negativ auf den Umsatz auswirken werden.
Der Ausblick für alle anderen Kennzahlen bleibt unverändert. Bei der EBITDA-Marge geht das Unternehmen von einem niedrigen zweistelligen Bereich aus. Die Investitionen werden sich 2026 voraussichtlich auf etwa 300 Mio. EUR belaufen. Die Nettofinanzschulden werden nach Einschätzung des Unternehmens um einen niedrigen zweistelligen Prozentwert unter dem Niveau des Vorjahres liegen.
Wacker rechnet für 2026 in Summe mit einem positiven Netto-Cashflow, der deutlich über dem Niveau von 2025 liegt. Aufgrund der derzeit nicht vorhersehbaren künftigen Entwicklungen im Nahen Osten und den weiterhin ungeklärten amerikanischen Handelsverfahren für Importe von Polysilizium und deren Derivate ist die Prognose mit einer anhaltend hohen Unsicherheit behaftet.











