16.03.2026 • News

Studie zu Power-to-X: Schlüsseltechnologie der Energiewende

Power-to-X gilt als Schlüsseltechnologie der Energiewende – doch zwischen technischer Machbarkeit und industrieller Umsetzung klafft eine Lücke. Das Power-to-X-Barometer von EY-Parthenon und dem VDMA Power-to-X for Applications liefert erstmals eine ganzheitliche Standortbestimmung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

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© Hannibal

Power-to-X, die Umwandlung elektrischer Energie in andere Energieträger wie etwa Wasserstoff, ist eine Schlüsseltechnologie der Energiewende. Sie ist zugleich ein wichtiger Hebel, die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland und Europas langfristig zu sichern.

Die Strategieberatung EY-Parthenon hat nun gemeinsam mit der PtX-Plattform des VDMA, dem größten Industrieverband in Europa, eine umfassende Standortbestimmung des Power-to-X-Marktes vorgestellt. Das „Power-to-X-Barometer“ zeigt, wo Deutschland und Europa im internationalen Vergleich stehen, welche Erfolgsfaktoren und Hemmnisse den Markthochlauf prägen und wie gezielte Maßnahmen die Entwicklung beschleunigen können.

PTX-Markt 2026: Weniger Projekte, aber tragfähigere Geschäftsmodelle

Zwischen 2021 und 2023 basierten viele Projektplanungen auf optimistischen Annahmen: niedrige Strompreise, hohe Volllaststunden und schnelle Genehmigungsverfahren. Inzwischen hat sich gezeigt, dass die Realität deutlich anspruchsvoller ist. Strompreise bleiben volatil, Netzanschlüsse verzögern sich und die Kapitalkosten sind gestiegen. Die Folge: Der Markt konsolidiert sich. Projekte ohne belastbare wirtschaftliche Grundlage verlieren an Dynamik, während sich Vorhaben mit substanziellen Standort-, Infrastruktur- oder Abnahmevorteilen durchsetzen.

„Wir werden in Deutschland und Europa in den kommenden Jahren weniger, aber dafür robustere Projekte sehen“, erläutert Cornelius Knecht, Sector Lead Industrial Products Europe West von EY-Parthenon. Erfolgreich seien vor allem Vorhaben mit klaren Genehmigungs- und Infra-strukturperspektiven sowie bankfähigen Abnahmeverträgen mit kreditwürdigen Käufern.

Die Analysen von EY-Parthenon und VDMA deuten zudem darauf hin, dass sich clusterorientierte Ansätze verstärken werden – etwa rund um Häfen, Chemieparks und Industriezentren, in denen Strom, Moleküle, CO₂-Logistik und Abnehmer zusammenkommen. „Hybride Portfolios werden zur Norm“, prognostiziert Cornelius Knecht von EY-Parthenon: grüner Wasserstoff dort, wo erneuerbarer Strom in ausreichender Menge und zu wettbewerbsfähigen Kosten verfügbar ist; blauer Wasserstoff dort, wo CO₂-Speicherung und Gasversorgung verlässlich organisiert werden können. Die Gewinner werden nicht nach Farbe, sondern nach niedrigsten Lieferkosten pro zertifizierter CO2-Intensität optimieren. „Der Kerntrend ist klar: Fokus auf belast-bare Geschäftsmodelle statt auf Ankündigungen,“ so Knecht.

Drei Hebel für einen erfolgreichen Power-to-X Markt

„Der Markthochlauf von Power-to-X entscheidet sich an Investitionssicherheit, Nachfrage und Umsetzung, nicht an der Technologie,“ betont Peter Müller-Baum, Managing Director VDMA Power-to-X for Applications: „Die Transformation gelingt nur, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen.“

Als Beleg dafür analysiert die Studie eine Reihe erfolgreicher internationaler Beispiele, die als Blaupause für Europa dienen könnten. Um aber Investoren in Deutschland für vergleichbare Projekte zu begeistern, braucht es bankfähige Cashflows und verlässliche Regeln. Aus Sicht von EY-Parthenon sind vor allem drei Hebel entscheidend, um den Markthochlauf von Power-to-X wirksam zu beschleunigen:

1. Verlässliche Erlösunterstützung

Instrumente wie Carbon Contracts for Difference (CCfD) oder H2Global-Ausschreibungen können einen kalkulierbaren Mindestpreis für klimafreundliche Moleküle absichern. Solche Mechanismen schaffen planbare Cashflows, erhöhen die Bankfähigkeit von Projekten und stärken die Investitionssicherheit.

2. Vertrauenswürdige Zertifizierung

Ein grenzüberschreitend anschlussfähiges Zertifizierungssystem ist Voraussetzung dafür, dass Käufer, Investoren und Prüfer Klimawirkung und Herkunft verlässlich bewerten können. Unklare oder uneinheitliche Nachweise bremsen Nachfrage und Finanzierung.

3. Zuverlässiger Infrastrukturzugang

Netzanschlüsse, Wasserstoffpipelines sowie Transport- und Speicherkapazitäten für CO₂ müssen als verlässliche, planbare und zugängliche Infrastrukturen verfügbar sein. Transparente Tarife und verlässliche Kapazitätsbuchungen sind zentrale Voraussetzungen dafür, dass aus Projektideen finanzierbare Vorhaben werden.

„Die Transformation des Energiesystems muss gelingen, weil sie nicht nur Grundlage für das Erreichen der Klimaziele ist, sondern auch für zukünftige Resilienz. Europa muss zeigen, dass wir den ökologischen und ökonomischen Anforderungen durch Innovation und Zusammenarbeit erfolgreich begegnen können,“ appelliert Peter Müller-Baum.

Die 68-seitige Studie „Das Power-to-X-Barometer 2026: Status, Dynamik und Perspektiven des industriellen Markthochlaufs“ von EY-Parthenon und VDMA Power-to-X for Applications führt insgesamt 15 kritische Erfolgsfaktoren aus, die die Realisierung von Power-to-X-Projekten begünstigen.

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