Lenzing erzielt im ersten Quartal 2026 positives Ergebnis
Die Lenzing Gruppe erzielte im ersten Quartal 2026 trotz eines weiterhin herausfordernden Marktumfeldes ein positives Ergebnis nach Steuern von 24 Mio. EUR, nach drei negativen Quartalen im Jahr 2025.

Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) lag dank der konsequenten Umsetzung der Pricing-Strategie und des Performance Programms und gestützt durch Sondereffekte bei 116,3 Mio. EUR. Der Free Cashflow konnte durch disziplinierte Preis‑, Kosten‑ und Working‑Capital-Steuerung deutlich auf 33,8 Mio. EUR gesteigert werden. Das Marktumfeld bleibt von geopolitischen Spannungen, volatilen Energiepreisen und Unsicherheiten geprägt.
„Im ersten Quartal 2026 haben wir unsere operative Entwicklung weiter stabilisiert und, nach wirtschaftlich schwierigen Vorquartalen, wieder ein positives Ergebnis nach Steuern erzielt. Besonders erfreulich ist die deutliche Verbesserung des Free Cashflow, die zeigt, dass unsere Maßnahmen greifen. Gleichzeitig bleibt das Marktumfeld sehr volatil. Deshalb setzen wir unsere Transformation mit hoher Disziplin fort, um Lenzing strukturell profitabler und widerstandsfähiger aufzustellen“, so Mathias Breuer, CFO der Lenzing Gruppe.
Ergebnisentwicklung im ersten Quartal 2026
Im ersten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen Umsatzerlöse in Höhe von 615,7 Mio. EUR, ein Rückgang von 10,8% gegenüber dem sehr starken ersten Quartal 2025. Hauptgründe dafür waren niedrigere Faserverkaufsmengen und -preise sowie niedrigere Zellstoffpreise. Die geringeren Faserverkaufsmengen spiegeln dabei auch eine bewusste Steuerung der Produktionsvolumina wider, einschließlich des temporären Herunterfahrens weniger profitabler Produktionslinien. Diese Maßnahmen stehen im Einklang mit der strategischen Weiterentwicklung hin zu einem stärkeren Fokus auf wertgenerierendes Wachstum. Gegenüber dem vierten Quartal 2025 blieben die Faserverkaufsmengen weitgehend stabil, während das Preisniveau gesteigert werden konnte. Rohstoff-, Energie- und Logistikkosten blieben auf erhöhtem Niveau, konnten jedoch teilweise durch interne Einspar- und Effizienzmaßnahmen abgefedert werden.
Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) lag im ersten Quartal 2026 bei 116,3 Mio. EUR nach 156,1 Mio. EUR Vorjahreswert. Die EBITDA-Marge lag bei 18,9% nach 22,6% im ersten Quartal 2025. Im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2025 zeigt sich seit Jahresbeginn jedoch ein klarer Aufwärtstrend in der Ergebnisentwicklung. Das EBITDA wurde neben dem Performance Programm zudem durch positive Sondereffekte in Höhe von insgesamt 25,7 Mio. EUR unterstützt, nach 25,5 Mio. EUR im Vorjahr – aus dem Verkauf überschüssiger EU‑Emissionszertifikate sowie aus einem Einmaleffekt aus dem im Zuge der Erstkonsolidierung der im Februar 2026 erworbenen Mehrheitsbeteiligung an TreeToTextile erfassten negativen Firmenwert. Mit der Mehrheitsübernahme von TreeToTextile unterstreicht Lenzing zudem den Anspruch, die Premiumisierungsstrategie gezielt voranzutreiben und die Position im Markt für Spezialfasern der nächsten Generation weiter auszubauen.
Das Betriebsergebnis (EBIT) betrug 40,1 Mio. EUR nach 74,3 Mio. EUR im ersten Quartal 2025; die EBIT-Marge lag bei 6,5%. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) belief sich auf 22,8 Mio. EUR nach 35,1 Mio. EUR im Vorjahresquartal. Der Steuerertrag in Höhe von 1,2 Mio. EUR wurde vor allem durch Währungseffekte bei der Umrechnung von Steuerposten von der lokalen in die funktionale Währung positiv beeinflusst. Das Ergebnis nach Steuern lag damit bei 24 Mio. EUR und war nach drei negativen Quartalen im Jahr 2025 erstmals wieder positiv.
Ausblick
Der Internationale Währungsfonds hat seine Wachstumsprognose für 2026 auf 3,1% nach unten korrigiert; für 2027 blieb sie mit 3,2% vorerst stabil. Auch das Wechselkursumfeld bleibt in den für Lenzing wichtigen Regionen voraussichtlich volatil. Zentrale Abwärtsrisiken beinhalten den Nahostkonflikt, der ab dem zweiten Quartal bereits zu steigenden Energie- und Rohstoffpreisen beiträgt und voraussichtlich weiterhin zu höheren Inflationserwartungen sowie restriktiveren finanziellen Rahmenbedingungen führen wird. Neue globale Krisen könnten Unsicherheit und Lebenshaltungskosten weiter erhöhen und damit Konsumklima und Kaufneigung belasten. Lenzing wird die Transformation durch das ganzheitliche Performance-Programm konsequent weiterführen, um zusätzliche Kostenpotenziale zu heben sowie die Umsatz- und Margengenerierung weiter zu verbessern. Angesichts der anhaltend hohen Unsicherheit sowie geopolitischer und handelspolitischer Entwicklungen ist eine verlässliche Prognose für das Geschäftsjahr 2026 aus heutiger Sicht weiterhin nicht möglich.












